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Packaging Corporation of America (2/2)

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Analyse 2019 - Packaging Corporation of America
Analysis Report 2019_Packaging Corp of A
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3. DAS UNTERNEHMEN

 

Segment - Packaging

 

Mit einem Umsatzanteil von über 85% (Vorjahr 82%) liegt die Kerntätigkeit des Unternehmens in der Produktion und dem Verkauf von Verpackungsprodukten aus Pappkarton. Das Unternehmen bietet in seinem Sortiment eine Vielzahl unterschiedlicher Verpackungen von den weit verbreiten und traditionellen Wellpappschachteln bis hin zu qualitativ hochwertigen Grafikverpackungen für nahezu jede Produktgröße und -art an. Des Weiteren produziert der Hersteller herkömmliche Versandbehälter zum Transport und Schutz von Fertigwaren sowie Mehrfarbenkartons mit sog. Displays für den Verkauf und die Vermarktung von Produkten im Einzelhandel. PCA ist u.a. ein großer Anbieter von Verpackungslösungen für Fleisch, frisches Obst und Gemüse, verarbeitete Lebensmittel, Getränke sowie andere Industrie- und Konsumgüter. PCA bietet zudem kundenspezifische Dienstleistungen für das Bedrucken von Verpackungen an. Für diesen Service stellt das Unternehmen eigens Grafikdesigner zur Verfügung. Diese werden vor allem von Kunden im Bereich des Einzelhandels nachgefragt.  Für die Herstellung der Verpackungen produzierte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 knapp 4,1 Mio. Tonnen (Vorjahr 3,9 Mio. Tonnen) an Wellpappe.  PCA verkauft seine Produkte an über 18.000 Abnehmer. 75% der Umsatzerlöse werden dabei mit regionalen und lokalen Kunden erwirtschaftet.

 

Segment - Paper

 

Rund 14% (Vorjahr 16%) der Umsätze generiert PCA mit dem zweiten Geschäftsbereich. Das Unternehmen ist der drittgrößte Produzent von unbeschichtetem Papier in den USA. Zum Produktportfolio gehört neben dem klassischen weißen Papier noch Rohstoff- und Spezialpapier sowie deren kundenspezifische HerstellungFür das Segment stellte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 rund eine Mio. Tonnen (Vorjahr 1,1 Mio. Tonnen) an Papier her. Vertrieben wird das Papier hauptsächlich über den Direktvertrieb. Das Segment zählt mittlerweile über 150 Kunden an 450 Standorten.

 

Umsatz nach Region und Segment

 

Mit einem Anteil von 93% erwirtschaftet PCA seine Erlöse hauptsächlich auf dem heimischen US-Markt. Zweidrittel der Abnehmer sitzen dabei in unmittelbarer Umgebung der Konzernanlagen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate betrug in den letzten 5 Jahren (2013-2018) 13,3%. Die restlichen Umsatzerlöse werden außerhalb der Vereinigten Staaten generiert. Die Auslandserlöse konnten im Vergleich zum heimischen Markt in den letzten 5 Jahren durchschnittlich um 24,6% steigen. Der Auslandsanteil stieg damit von 4,4% in 2013 auf aktuell 7%. 

 

Der Umsatzanteil der Verpackungssparte sank von 93,6% im Jahr 2013 auf aktuell 84,7% (2018). Das Segment konnte in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 11,6% zulegen. Mit der Produktion und dem Verkauf von Verpackungen generiert der Konzern mehr als 93% seiner Erträge. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im Segment Packaging von 22,6% in 2013 auf aktuell 23,6% (2018). Mit der Produktion und dem Verkauf von Papier erreichte PCA zuletzt (2018) einen Umsatzanteil von 14,3%. 2013 lag dieser noch bei 5,9%. Das CAGR der letzten fünf Jahre betrug somit 35,8%. Dieser Anstieg ist jedoch zum Großteil auf die Übernahme des Papierherstellers Boise für 2 Mrd. USD im Jahr 2013 zurückzuführen. Seither sanken die Erlöse hier im Schnitt jährlich um 4,4%. Der Anteil des Geschäfts mit Papier am Konzerngewinn beträgt weniger als 7%. Die EBITDA-Marge verbesserte sich im Segment Paper von 11,2% in 2013 auf aktuell 16,4% (2018), liegt damit jedoch noch deutlich hinter der Profitabilität der Verpackungssparte.

 

Umsatzwachstum nach Region 2013-2018 (in USDmn)

Umsatzwachstum nach Segment 2013-2018 (in USDmn)


 

Produktion

 

Für die Produktion von Verpackungen und Papier verwendet PCA hauptsächlich Holzfasern. 18% der verwendeten Fasern stammen dabei aus recyceltem Material  (Vorjahr 17%). Für einen effizienteren Betrieb der Anlagen investierte das Unternehmen hohe Summen in die Prozesse und Ausrüstung. Dabei konzentrierte sich der Vorstand vor allem auf die Verbesserung der Flexibilität. Die Anlagen von PCA sind in der Lage, Weichholz, Hartholz sowie recycelbare Materialien zu verarbeiten. Dies trägt dazu bei, Auswirkungen von Preisschwankungen am Fasermarkt ausgleichen zu können. Bei der Beschaffung von Holzfasern greift PCA auf drei Quellen zurück:

 

  - Langfristige Verträge mit Holzunternehmen

  - Erwerb von „Cutting Rights“

  - Marktübliche Käufe

 

Das Unternehmen betreibt insgesamt 85.000 Hektar an Fläche in den USA für die Beschaffung von Fasern. Hierfür zahlte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2018 rund 22 Mio. USD. PCA konnte seinen vertikalen Integrationsgrad auf 95% verbessern und ist damit in der Industrie führend. Der vertikale Integrationsgrad beschreibt, wie hoch der Anteil der von einem Unternehmen selbst erbrachten Leistungen innerhalb der Wertschöpfungskette ist. Je höher der vertikale Integrationsgrad ist, desto mehr Aktivitäten übernimmt das Unternehmen selbst. PCA kontrolliert den Großteil aller operativen Aktivitäten von der Rohstoffgewinnung bis hin zum Verkauf an die Endkunden. Dadurch besitzt das Unternehmen die Möglichkeit, Kosteneinsparungen einfacher vorzunehmen, Produktionskapazitäten sicherzustellen sowie sich durch höhere Eintrittsbarrieren von potentiellen Konkurrenten zu schützen.

 

Entwicklung 2013-2017: Produktionskapazität (Mio. tons) und vertikale Integration

Vertikaler Integrationsgrad 2017


Produktion - Auslastung

 

In den letzten 10 Jahren stieg die Produktionskapazität bzw. das Produktionsvolumen in den Anlagen von PCA für die Herstellung von Wellpappe um durchschnittlich 6,7 bzw. 6,8% pro Jahr. Die durchschnittliche Auslastungsrate der Maschinen betrug in diesem Zeitraum 94%. WestRock erreichte zum Vergleich in den letzten 3 Jahren eine durchschnittliche Auslastungsrate von 96%. Mit der Übernahme von Boise stieg PCA zum Geschäftsjahr 2013 in das Geschäft der Papierherstellung ein. In den letzten 10 Jahren sank die Kapazität in den Anlagen von PCA für die Herstellung von Papier um durchschnittlich 2,8% pro Jahr.  Das Produktionsvolumen blieb in etwa auf dem Niveau von vor 10 Jahren. Im Schnitt waren die Papierherstellungsanlagen in diesem Zeitraum vollständig aus- und teilweise überbelastet.

 

Entwicklung 2013-2018: Produktionsauslastung in der Herstellung von Papier

Entwicklung 2009-2018: Produktionsauslastung in der Herstellung von Wellpappe


 

Kunden

 

Im Bereich Packaging verkauft PCA seine Produkte an über 18.000 Abnehmer. 75% der Umsatzerlöse werden dabei mit regionalen und lokalen Verbrauchern erwirtschaftet. Das Unternehmen konzentriert sich dabei vor allem auf kleine Kunden. Keiner dieser überschreitet einen Anteil von 10% der Umsatzerlöse. Zu den Kunden zählen vor allem Hersteller von Produkten aus den Bereichen Lebensmittel und Getränke (44%), Groß- und Einzelhandel (22%), Papier (14%), Fertigung (10%) sowie Chemie und Kunststoffe (10%). Vor 5 Jahren machte der Bereich Groß- und Einzelhandel bspw. nur 18% des Kundenstamms aus. Die Produkte vertreibt PCA mit Hilfe eines Netzwerkes aus Direktvertriebsabteilungen und unabhängigen Vertriebspartnern. Die Anzahl der Kunden im Verpackungsgeschäft verdoppelte sich in den letzten 10 Jahren auf aktuell 18.000. Zum Geschäftsjahr 2013 kam es hier durch die Übernahme von Boise zu einem erheblichen Anstieg.

 

Im Segment Paper erfolgt der Verkauf von Papier im Wesentlichen über den Direktvertrieb. Die Abnehmer stammen aus den Bereichen Papierhandel sowie Druck und Etikettenherstellung. Zum Großteil der Kundschaft unterhält PCA bereits lange Geschäftsbeziehungen. Mit 47% der Umsatzerlöse ist der US- amerikanische Anbieter von Bürobedarf Office Depot der größte Kunde in diesem Segment. Am Gesamtumsatz macht der Vertrag rund 7% aus. Dieser wird automatisch im Dezember nächsten Jahres (2020) verlängert. Seit der Übernahme von Boise sank die Kundenanzahl kontinuierlich auf aktuell 150 Kunden.

 

Kundenmix nach Industrie 2018

Entwicklung 2009-2018: Kundenanzahl


Vorstand

 

Mark W. Kowlzan ist seit 1998 für PCA tätig und wurde 2016 zum CEO des Unternehmens benannt. Kowlzan hat bereits viel Erfahrung in der Industrie sammeln können. Vor seiner Tätigkeit bei PCA hatte er verschiedene leitende Positionen bei der International Paper Company inne. Herr Kowlzan sitzt zudem im Vorstand der American Forest & Paper Association. Mark Kowlzan, wurde von RISI, einem führenden Informationsanbieter für die globale Waldproduktebranche, zum Global Containerboard-CEO des Jahres 2018 ernannt. 

 

Bob Mundy ist 2015 für die Rolle als neuer CFO zu PCA gekommen. Zuvor war er CFO der Verso Corporation, einem führenden Anbieter von gestrichenen Papieren für Katalog- und Zeitschriftenverleger. Von 1983 bis 1996 arbeitete Mundy zudem bei der International Paper Company.

 

Tom Hassfurther ist seit September 2009 für den Geschäftsbereich „Corrugated Products“ verantwortlich. Dem Unternehmen trat er bereits 1977 bei. Dabei übte er verschiedene leitende Management- und Vertriebsfunktionen aus. Erst vor kurzem war er für zwei Jahre lang als Vorsitzender der Fiber Box Association tätig.

 

Jack Carter führt seit 2011 den Bereich der Papierproduktion an. Vor seinem Eintritt bei PCA im Jahr 2010 war Carter 28 Jahre lang bei verschiedenen Zellstoff- und Papierfirmen in leitenden und technischen Positionen angestellt.

 

Kent Pflederer ist seit 2007 für die Rechtsabteilung des Unternehmens verantwortlich. Vor PCA war Pflederer drei Jahre lang als Senior Counsel bei Hospira tätig. 1996 bis 2004 arbeitete er für Mayer Brwon und spezialisierte sich dabei auf Fusionen und Übernahmen. Tom Walton leitet seit 2009 die Marketing- und Vertriebsabteilung im Bereich „Corrugated Products“ und ist bereits seit 1981 für PCA tätig.


Vorstand - Vergütung

 

Insgesamt erhielt der Vorstand der Packaging Corporation of America für das Geschäftsjahr 2017 eine Vergütung in Höhe von ca. 22,9 Mio. USD. Diese besteht aus dem Grundgehalt, einem jährlich ausgezahlten Bonus sowie einer langfristig orientierten Ausgabe von Unternehmensanteilen. Letzteres macht einen wichtigen Teil der Kompensation aus. Der Vergütungsausschuss des Aufsichtsrats begründet die Höhe der Vergütung mit der erfolgreichen Umsetzung der profitablen Wachstumsstrategie des Vorstands, die zu einer hohen Wertschöpfung für die Aktionäre führte. Gewinn und Produktionsvolumen konnten deutlich zulegen. Die Rentabilität konnte im Vergleich zur Konkurrenz verbessert werden. Des Weiteren fiel die Recherche, Identifizierung und Integration der vergangenen Übernahmeobjekte erfolgreich aus. Die auf Aktien basierende Vergütung für die Vorstandsmitglieder wurde um 10% erhöht, da sich die Rendite für die Aktionäre im Jahresverlauf 2017 positiv und im Branchenvergleich überdurchschnittlich entwickeln konnte. Laut RISI werden Kandidaten für ihre Vision und Führung sowie das Erzielen starker finanzieller Erträge nominiert. 

 

Vorstand - Aktienbesitz

 

2018 besaß die Vorstandsebene Aktien des eigenen Unternehmens im Wert von 54,8 Mio. USD (0,5%). Durch den hohen Aktienbesitz des Managements haften bzw. profitieren die Vorstandsmitglieder bei sinkenden bzw. steigenden Aktienkursen persönlich. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Vorstand auf die Steigerung des Unternehmenswertes konzentriert und seine Hauptaufgabe verfolgt, einen für die Aktionäre nachhaltigen Wert zu erwirtschaften, der langfristig über dem Wert alternativer Geldanlagen liegt. 

 

Vorstandsvergütung 2015-2017 (in USDmn)

Aktienbesitz Vorstand 2017 (in USDmn)


 

Mergers & Acquisitions


4. FINANZANALYSE


 

Gewinn- und Verlustrechnung

 

Zum Geschäftsjahresende 2014 lagen die Umsatzerlöse mit 5,8 Mrd. USD knapp 60% über dem Vorjahreswert. Das EBITDA stieg um knapp 50% auf 1,1 Mrd. USD. Für den überdurchschnittlich hohen Anstieg ist vor allem die Übernahme des Verpackungsunternehmens Boise Inc. für einen Kaufpreis in Höhe von 1,9 Mrd. USD verantwortlich. Zum Zeitpunkt der Übernahme generierte Boise einen Umsatz von 2,5 Mrd. USD. Im Geschäftsjahr 2015 sanken die Umsatzerlöse um zwei und das EBITDA um knapp drei Prozent. Als Grund hierfür wird zum Einen der Ausstieg von PCA aus dem Zeitungsdruckgeschäft in Q3 2014 genannt. Des Weiteren kam es zu außergewöhnlichen Aufwendungen durch den Verkauf der Hexacomb-Geschäftstätigkeiten in Mexiko und Europa. Der Rückgang konnte teilweise noch durch steigende Absatzmengen im Verpackungsgeschäft kompensiert werden. 2017 konnten die Umsatzerlöse um 11,5% auf 6,45 Mrd. USD zulegen. Das EBITDA verbesserte sich dabei um 16% auf 1,35 Mrd. USD. Der Anstieg resultiert aus höheren Preisen und einer steigenden Nachfrage im Verpackungssegment. Das Papiersegment litt hingegen unter einer sich abschwächenden Nachfrage und niedrigen Preisen. Im Geschäftsjahr 2018 setzte sich diese Entwicklung fort und führte zu hohen Wachstumsraten bei Umsatz und EBITDA.

 

Wachstum und Rentabilität

 

Entwicklung 2008-2018: Gross Profit Margin PCA vs. Top 5 US-Peer

 

CAGR Umsatzerlöse 2008-2018: PCA vs. Top 5-US-Peer

 

Entwicklung 2008-2018: EBIT Margin PCA vs. Top 5 US-Peer

 

CAGR EBIT 2008-2018: PCA vs. Top 5-US-Peer

Entwicklung 2008-2018: EBITDA Margin PCA vs. Top 5 US-Peer

 

CAGR EBITDA 2008-2018: PCA vs. Top 5-US-Peer

 

Entwicklung 2008-2018: Profit Margin PCA vs. Top 5 US-Peer

 

CAGR Profit 2008-2018: PCA vs. Top 5-US-Peer


 

Der Unternehmensführung gelang es in den letzten 5 Jahren, die operative Rentabilität des Konzerns zu steigern. Nach der Übernahme von Boise Inc. sank diese kurzfristig aufgrund anfallender Integrationskosten. Seit dem Geschäftsjahr 2014 verbessert das Unternehmen seine Ertragsfähigkeit und liegt im Vergleich zum Wettbewerb mit einer EBITDA Marge von zuletzt 21,4% aktuell an führender Position. Der Erfolg der Unternehmensstrategie spiegelt sich zudem in der steigenden Rentabilität der getätigten Investitionen wider. 2018 führten diese aufgrund der steigenden Umsatz- und Gesamtkapitalrendite zu einer jährlichen Erhöhung der, anteilig zur Investitionssumme, Gewinne von 12,6%.

 

Entwicklung 2014-2018: Operative Rentabilität

Entwicklung 2014-2018: Return on Investment (RoI)


 

Bilanz


Kapitalflussrechnung

 

Mit zuletzt 572 Mio. USD erreichte das Unternehmen eine Umsatzverdienstrate von 8,2%. Der Durchschnittswert der Branche lag 2017 bei 4,2%. Die zwei größten US-Konkurrenten International Paper und WestRock erzielten eine Rate von 3,1 und 6,7%.

 

Bis auf die Jahre 2011 (hohe Investitionsaktivität) und 2013 (Übernahme Boise Inc.), konnte PCA in den letzten 10 Jahren einen durchgehend positiven freien Barmittelzufluss erwirtschaften. 

 

Das Unternehmen sitzt Stand 31. März 2019 auf einem Cash Bestand von über 440 Mio. USD.


 

Entwicklung 2008-2018: Free Cashflow und Umsatzverdienstrate PCA vs. Top 5- US-Peer

 

Entwicklung 2013-2017: CAPEX Ration PCA vs. Peer


Finanzielle Stabilität

 

Die finanzielle Lage des Unternehmens kann als stabil eingestuft werden. Die Eigenkapitalquote konnte seit 2014 (29%) deutlich auf aktuell 41% verbessert werden. Das EBIT deckt die zuletzt jährlich angefallenen Zinsaufwendungen um das 10,2 fache. Dieser Wert liegt deutlich über dem Branchenniveau.

 

Mit einem dynamischen Verschuldungsgrad von knapp 0,6 würde das Unternehmen aktuell nur ein halbes Jahr benötigen, alle kurzfristigen Verbindlichkeiten mit Hilfe des freien Cashflows zu begleichen. 

 

Die steigende Rentabilität ermöglicht es dem Unternehmen zudem, seine strategischen Ziele zu finanzieren. Mit einer Eigenkapitalrentabilität (RoE) von 33% (2017) wirtschaftet der Konzern zudem wesentlich rentabler als der Branchendurchschnitt von 18,5%. Zwar fällt diese in der Regel bei niedrigen EK-Quoten höher aus, PCA gelang es jedoch, den RoE in den letzten fünf Jahren trotz verbesserter EK-Quote zu steigern.

 

Entwicklung 2008-2018: Interest Cover Ratio PCA vs. Top 5- US-Peer

Entwicklung 2008-2018: Eigenkapitalquote PCA vs. Top 5- US-Peer


 

Liquidität

 

Entwicklung 2013 vs. 2018: Cash Conversion Cycle (CCC)

 

Entwicklung 2013-2018: Liquiditätsgrade

Entwicklung 2013-2017: Cash Conversion Cycle PCA vs. Peer

 

Entwicklung 2013-2018: Deckungsgrade


 

Working Capital

 

Entwicklung 2013-2018: Working Capital

 

Entwicklung 2013-2018: Working Capital as % of Revenue PCA vs. Peer


5. MARKTBEWERTUNG

 

Aktionärsstruktur

 

Die Aktie der Packaging Corporation of America. (WKN: 932483) notiert seit 2000 an der NYSE unter der ISIN US6951561090. Die Gesamtanzahl der Aktien beträgt 93,7 Mio. und der Kurs der Aktie liegt aktuell bei 95,32 USD (15.06.2019). Damit ergibt sich eine Marktkapitalisierung von aktuell 8,93 Mrd. USD. Die Eigentumsstruktur besteht zu 85,88% aus institutionellen Aktionären. Die restlichen 14,12% befinden sich im Streubesitz. Zu den größten Inhabern von institutionellen Beteiligungen gehören die Vanguard Group, Blackrock, Wellington Management, State Street Global und FMR.

 

Dividende

 

Durch einen disziplinierten Kostenansatz und stetig steigenden Margen, gelang es dem Management, den Wert für die Aktionäre durch Dividenden und den Rückkauf von Aktien kontinuierlich zu steigern. Die Dividendenauszahlung wurde in den letzten 10 Jahren von 0,6 USD auf aktuell 3,16 USD je Aktie schrittweise erhöht. Die Auszahlung erfolgt dabei quartalsweise. 2018 erreichte die Dividendenrendite einen Wert von 3,8%. 2009 lag dieser noch bei 2,6%. Die durchschnittliche Dividendenrendite des S&P 500 lag 2018 bei 2,14%. 

 

Rückkaufprogramm

 

Am 25. Februar 2016 gab der Vorstand bekannt, ausstehende Aktien im Wert von insgesamt 200 Mio. USD zurückkaufen zu wollen. Im Jahresverlauf 2016 erwarb der Konzern zu einem durchschnittlichen Preis von 50,49 USD knapp zwei Millionen Aktien im Gesamtwert von 100,3 Mio. USD . In den Geschäftsjahren 2017 und 2018 kaufte das Management zunächst keine Aktien zurück. Zeitliche Angaben zu einer Fortsetzung des Programms wurden nicht gemacht. Bereits in den Jahren 2011 und 2015 erwarb der Konzern Aktien zurück. Unter Betrachtung des Aktienkurses der letzten 10 Jahre, gelang es dem Vorstand stets, eigene Aktien zu günstigen Preis rückzukaufen.

 

Aktionärsstruktur 2017

Entwicklung 2008-2017: Dividendenauszahlung


 

Bewertung

Entwicklung und Prognose 2013-2019e: KGV - PCA vs. Peer Group

 

Entwicklung Q1 2010 - Q2 2019: Aktienkurs und EPS

PCA Bewertung (KGV) im Vergleich zum US-amerikanischen Kapitalmarkt (31.12.2018)



5. PEER GROUP

Top 4 US-Peer

 

International Paper 

 

Das Unternehmen ist mit 53.000 Mitarbeitern in über 24 Ländern weltweit der größte Hersteller von Verpackungsprodukten aus Papier und Pappkarton. International Paper wurde im Jahr 1941 gegründet und verfügt mittlerweile über Fertigungsanlagen in Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Nordafrika, Indien und Russland. Das Unternehmen betreibt 29 Papierfabriken, 170 Verpackungsanlagen, 16 Recyclingstätten und 3 Anlagen zur Herstellung von Tragetaschen. In China ist der Konzern zudem mit einem Druck- und Verpackungsbetrieb vertreten. In Brasilien besitzt International Paper 329.000 Hektar Waldland. 2018 generierte der Konzern 23,3 Mrd. USD. 75% davon werden auf dem heimischen US-Markt erwirtschaftet. Die vertikale Integration des Unternehmen liegt nach Angaben von Wells Fargo im Bereich von über 80%.

 

WestRock

 

WestRock ist ein multinationaler Anbieter von Papier- und Verpackungslösungen für Konsumgüter- und Industriemärkte. Das Unternehmen ist mit seinen Betriebs- und Geschäftsstandorten in Nordamerika, Südamerika, Europa, Asien und Australien vertreten. 2018 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 16,2 Mrd. USD und beschäftigt aktuell über 50.000 Mitarbeiter. 80% der Umsatzerlöse werden durch Kunden in den USA erzielt. Im Segment „Corrugated Packaging“ zählt WestRock zu den führenden Anbietern Nordamerikas. Für die Produktion verwendet das Unternehmen überwiegend Recyclingfasern. Das Unternehmen sieht sich als größter Hersteller von recyceltem Papier in Nordamerika. Im Bereich Consumer Packaging bietet WestRock eine Vielzahl unterschiedlicher Verpackungsprodukte für Kunden aus der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie der Konsumgüterbranche an. WestRock konnte seinen vertikalen Integrationsgrad nach Angaben von Wells Fargo in den letzten Jahren verbessern und erreichte zuletzt einen Wert von ca. 76%.

 

Sonoco Products Company

 

Das Unternehmen produziert und vertreibt Industrie- und Verbraucherverpackungsprodukte in Nord- und Südamerika sowie Europa, Australien und Asien. Die operative Geschäftstätigkeit wird in vier Segmente eingeteilt: Consumer Packaging Display and Packaging Paper and Industrial Converted Products Protective Solutions 1899 gegründet, erwirtschaftete Sonoco Products mit mehr als 21.000 Beschäftigten 2018 einen Umsatz von 5,3 Mrd. USD. Auf dem Heimatmarkt USA generiert das Unternehmen 65% seiner Erlöse. Sonoco Products ist mit 298 Standorten in 33 Ländern weltweit vertreten.

 

Graphic Packaging

 

Das Unternehmen bietet unterschiedliche Verpackungslösungen aus Papier und Pappkarton für Kunden aus den Bereichen Lebensmittel, Getränke und Konsumgüter an. Der Konzern operiert dabei in drei Segmenten Paperboard Mills, Americas Paperboard Packaging und Europe Paperboard Packaging. Graphic Packaging ist global tätig und gehört zu einem der größten Produzenten von Faltschachteln in den Vereinigten Staaten. Mit seinen 18.000 Mitarbeitern erwirtschaftete das Unternehmen 2018 einen Umsatz von 6 Mrd. USD. Über 85% werden dabei in Nordamerika generiert. Der Verpackungs- und Papierhersteller erreichte zuletzt einen vertikalen Integrationsgrad von 86%.

 

Peer Group Analyse (Global)

 

Rentabilität

Entwicklung 2013-2017: Gross Profit Margin

 

Entwicklung 2013-2017: EBIT Margin

 

Entwicklung 2013-2017: Return on Assets (RoA)

Entwicklung 2013-2017: EBITDA Margin

 

Entwicklung 2013-2017: Profit Margin

 

Entwicklung 2013-2017: Return on Capital (RoC)


 

Finanzierung

Entwicklung 2013-2017: Eigenkapitalquote

 

Entwicklung 2013-2017: Interest Cover Ratio

Entwicklung 2013-2017: Return on Equity (RoE)


 

Entwicklung 2013-2017: Umsatzverdienstrate (ops)

 

Entwicklung 2013-2017: Quick Ratio

 

Entwicklung 2013-2017: Umsatzverdienstrate (Free)

 

Entwicklung 2013-2017: Current Ratio


 

Marktbewertung

Entwicklung 2013-2017: Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

 

Entwicklung 2013-2017: Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

 

Entwicklung 2013-2017: EV/Umsatz

 

Entwicklung 2013-2017: EV/EBIT

Entwicklung 2013-2017: Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

 

Entwicklung 2013-2017: Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis (KFCFV)

 

Entwicklung 2013-2017: EV/EBITDA

 

Entwicklung 2013-2017: EV/FCF



7. Bewertung

 

SWOT Analyse

 

Empfehlung

 

Durch ein niedriges Gewicht sowie eine hohe Stabilität zählen Verpackungen aus Pappkarton zu den führenden Produkten in der globalen Verpackungsindustrie. Mit Hilfe deren werden mittlerweile mehr als 80% der weltweit versandten Konsumgüter transportiert. Mit einem Umsatzanteil von 93% ist PCA hauptsächlich auf dem Heimatmarkt, den USA tätig. Das Unternehmen hängt stark von der Konsumbereitschaft der US-Bevölkerung ab. Nach Angaben des US-Handelsministeriums liegt der Konsum der Verbraucher auf einem Zehn-Jahres-Hoch. Der Binnenkonsum profitiert von einer aktuell niedrigen Arbeitslosenquote und steigenden Einkommen. Dem gegenüber stehen v.a. die wachsenden Spannungen im Handelskonflikt zwischen den USA und China und deren negativen Folgen für die US-Wirtschaft. 

 

Pappkarton ist aufgrund seiner leichten Wiederverwertbarkeit im Vergleich zu Plastik oder Metall die umweltfreundlichste Verpackungsalternative. Von dem globalen Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit werden vor allem Unternehmen wie PCA profitieren .Der globale Siegeszug des Onlinehandel bleibt auch in Zukunft einer der treibenden Kräfte hinter dem Wachstum der Verpackungsindustrie. Rund 90% der versandten Ware werden durch Pakete aus Wellpappe transportiert. Risiken wie volatile Rohstoffpreise und die Gefahr vor Überkapazitäten sind zwar gegeben, stellen jedoch keine akute Gefahr für das Wachstum in der Branche dar.

 

Nach Angaben des Vortandes besteht das Ziel von PCA vor allem darin, nicht unbedingt der größte, jedoch der ökonomisch bestgeführte Hersteller in der Branche zu sein. Trotz hoher Wachstumsraten, gelang es der Unternehmensführung in den letzten 10 Jahren, die ökonomische Rentabilität und Ertragsfähigkeit des Konzerns auf ein, im Vergleich zur Konkurrenz führendes Niveau zu heben. Die Strategie des Vorstandes, individuell und qualitativ hochwertig Produkte für überwiegend lokale Kunden anzufertigen, zahlt sich aus. PCA konnte dem direkten Wettbewerb zu den führenden US-Produzenten teilweise entgehen und die operativen Margen stetig verbessern.

Mit der Umrüstung von Papieranlagen reagiert das Management richtig und entschlossen auf die negativen Folgen der Digitalisierung in der Papierbranche. Neben der Modernisierung der eigenen Anlagen akquirierte das Unternehmen in der Vergangenheit kleine Verpackungshersteller und befindet sich in einer aussichtsreichen Position, vom wachsenden Geschäft mit Verpackungsprodukten zu profitieren. Das notwendige Kapital für die Umsetzung der strategischen Ziele konnte sich der Konzern durch eine kontinuierlich verbesserte finanzielle Stabilität und hohe Liquiditätslage sichern.

 

Durch die Preiskorrektur Ende 2018 ergibt sich für die Aktie von PCA eine aktuell gute Einstiegsmöglichkeit. Meine Empfehlung zur Aktie von PCA lautet Kaufen.

 

Update – 1. Quartal 2019

 

Am 24. April 2019 veröffentlicht PCA seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2019. Innerhalb der letzten drei Monate konnte der Entsorger die bisherige Entwicklung seiner Geschäft erfolgreich fortsetzen.

 

 - Die Umsatzerlöse stiegen im Verglich zum ersten Quartal 2018 um 2,5% auf 1,73 Mrd. USD.

 - Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 29,7% auf 275,4 Mio. USD.

 - Der Gewinn verbesserte sich um 32,9% auf 186,6Mio. USD. Die Gewinnmarge liegt somit aktuell bei 10,7%. Zum Geschäftsjahresende 2018 lag diese bei 10%.

 - Der operative Cashflow stieg gegenüber 2018 um 16,8% auf 236 Mio. USD an. Der freie Barmittelzufluss lag zum 31. März 2019 bei 165 Mio. USD. Dies entspricht               einem Anstieg von 64,2%.

 - Der Cash Bestand kletterte auf über 440 Mio. USD.

 - Die Eigenkapitalquote lag nach den ersten drei Monaten des aktuellen Geschäftsjahres 2019 bei 40,3% und blieb damit leicht unter dem Niveau des Vorjahres (41%).

 

Das erfolgreich verlaufende Quartal ist im Wesentlichen auf die steigende Nachfrage (Volumen) und höhere Preise im Verpackungssegment zurückzuführen. Des Weiteren konnten sich auch Volumen und Preisentwicklung in der Papiersparte leicht erholen. Als weitere Gründe führt der Vorstand geringe Ausfallkosten sowie sinkende Abschreibungen auf. 

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