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Kansas City Southern

Kansas City Southern (KCS) ist ein US-amerikanisches Eisenbahn-Unternehmen mit Sitz in Kansas City (Missouri). Kansas City Southern wurde 1962 von Konzernpräsident William N. Deramus gegründet. Das Unternehmen verfügt über ein 6.600 Meilen langes Schienennetzwerk in den USA und Mexiko. Kansas City Southern konzentriert sich in den USA auf das wachsende Rail Freight Geschäft im Norden und vor allem im Süden des Landes. KSC verbindet die wichtigen kommerziellen und industriellen Märkte des Nordens der USA mit den Hauptindustriestädten Mexikos. 2015 generierte das Unternehmen Umsatzerlöse in Höhe von 2,418 Milliarden US-Dollar und beschäftigt rund 6.500 Mitarbeiter.

 

In den USA und Mexiko agiert das Unternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften. KCS kontrolliert und besitzt alle Anteile der Kansas City Southern Railway Company (KCSR). KCSR ist mit seinem Netzwerk in zehn Bundesstaaten des mittleren Westens und Südostens der USA vertreten. Das Unternehmen verfügt über die kürzeste Strecke zwischen Kansas City (Missouri) und mehreren Schlüsselschnittstellen entlang des Golfs von Mexiko in Alabama, Louisiana, Mississippi und Texas. Kansas City Southern kontrolliert und besitzt zudem alle Anteile der Kansas City Southern de Mexiko, S.A. (KCSM). In Mexiko besitzt der Konzern kein eigenes Netzwerk. Daher schloss  Kansas City Southern eine Konzessionsvereinbarung, also einen Lizenzvertrag mit der mexikanischen Regierung ab, die es dem Unternehmen erlaubt,  3.200 Meilen an Strecke in Mexiko bis 2047 vollständig zu nutzen. Mit KCSM operiert Kansas City Southern auf der kürzesten, sowie strategisch wichtigsten Schienenstrecke zwischen Mexiko City und Laredo (Texas). Laredo ist ein wichtiger Grenzübergang für den Handel zwischen den USA und Mexiko. KCSM bedient einen Großteil der Industriestädte und drei der wichtigsten Hafenstädte Mexikos. Das Unternehmen hat zudem das Recht, das Schienennetzwerk des größten Grenzübergangs für Handelsfracht zwischen den USA und Mexiko in Nuevo Laredo (Tamaulipas) zu nutzen. KCSM besitzt ein exklusives Nutzungsrecht für den Hafen Port of Lazaro Cardenas am pazifischen Ozean. Dieser entwickelt sich zu einer zunehmend wichtigen Alternative zu den US-Häfen für den Handel zwischen Südamerika und Asien.

 

Infrastructure Kansas City Southern    

 

 

Insgesamt hat das Streckennetz von KCS eine Länge von 6.600 Meilen. Dieses Netzwerk hat sich das Eisenbahn-Unternehmen in den letzten Jahrzehnten durch Übernahmen angeeignet. In den USA betreibt die Kansas City Southern Railway Company ihre Geschäftstätigkeit über eine rund 3.400 Meilen lange Strecke. Davon befinden sich ca. 2.850 Meilen im Besitz des Konzerns. Die restlichen 635 Meilen sind geleast. In Mexiko operiert KCSM auf rund 3.200 Meilen. Diese befinden sich im Besitz der mexikanischen Regierung. Im Rahmen der Konzessionsvereinbarung „The Confession“ mit der mexikanischen Regierung, besitzt KCSM das Recht, die etwa 3.200 Meilen Strecke zu nutzen. Innerhalb dieser Konzessionsvereinbarung ist KCSM dazu verpflichtet, 1,25 Prozent aller, auf der vereinbarten Strecke generierten Umsatzerlöse an die mexikanische Regierung zu zahlen.  In Mexiko erwirtschaftet das Unternehmen rund die Hälfte seiner Umsatzerlöse.  Nach dieser Vereinbarung wird KCSM zudem dazu aufgefordert, die Gleisen sowie alle zugehörigen Gebäude und Wartungseinrichtungen auf dem in der Vereinbarung festgelegten operativen Standard zu halten. Mit dieser Konzession befindet sich das 3.200 Meilen-Netzwerk mit allen zugehörigen Anlagen im Besitz der KCSM und wird auch in der Bilanz der KCS aufgeführt.

 

 

Business

 

Die Geschäftstätigkeit der Kansas City Southern lässt sich in sechs Segmente unterteilen. Mit 23, 20 und 18 Prozent spielt vor allem der Transport von Gütern im Bereich Industrial & Consumer Products, Chemical & Petroleum und Agricutlure & Minerals eine wichtige Rolle. Der intermodale Transport entwickelte sich in den letzten fünf Jahren zu einem weiteren rentablen Segment und macht mittlerweile 16 Prozent der Umsatzerlöse aus. Mit dem Bereich Automotive erwirtschaftet KCS neun und mit Energy ca. zehn Prozent des Umsatzes 2015.

 

 

Der Sektor Automative konnte sich in den letzten fünf Jahren gut entwickeln und macht mittlerweile neun Prozent der Umsatzerlöse aus. Amerikanische, europäische und asiatische Automobilhersteller verlagerten in den letzten Jahren ihre Produktionswerke nach Mexiko. Dabei transportiert KCS einerseits Waren für die Fertigung nach Mexiko. Darüber hinaus verfrachtet das Unternehmen die importierten und zu exportierenden Fahrzeuge aus bzw. nach Asien durch ein Verteilungszentrum im Hafen von Lazaro. Viele Automobilkonzerne planen in Zukunft weitere Auslagerungen nach Mexiko. Die Automobilindustrie des Landes setzt ihren Höhenflug fort. Innerhalb von vier Jahren will das lateinamerikanische Land fünftgrößter Autohersteller der Welt werden. "Wir erleben gerade viel Wachstum, historisches Wachstum", sagte der Präsident des Verbands der mexikanischen Automobilindustrie, Eduardo Solís. "Mexiko ist ein attraktiver Standort für Automobilhersteller und Zulieferer." Die günstige Lage zwischen Nord- und Südamerika, Freihandelsabkommen mit über 40 Staaten und eine solide Zuliefererkette machten das Land für Auto-Konzerne so interessant. Dazu kommen die vergleichsweise niedrigen Lohnkosten. In Mexiko generiert das Unternehmen mittlerweile die Hälfte seiner gesamten Umsatzerlöse. Im Land entsteht eine breit aufgestellte Automobilindustrie. Die Zahlen sprechen für sich: Im vergangenen Jahr liefen in Mexiko 3,4 Millionen Fahrzeuge vom Band, 2020 sollen es bereits fünf Millionen sein. Zahlreiche Automobilhersteller und Zulieferer bauen neue Fabriken oder erweitern ihre Werke - darunter auch die großen Namen aus Deutschland. In Anbetracht der wachsenden Bedeutung des Handelsstandorts Mexiko, sieht das Eisenbahn-Unternehmen das dortige Schienennetzwerk mit den wichtigen Standorten als einen zunehmend strategisch wichtigen Vorteil in der operativen Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

 

Management    

 

 

The Stock

 

Die Kansas City Southern Aktie (WKN:  502665) wird unter der ISIN US4851703029 an den Börsen Frankfurt, Stuttgart, Berlin, New York und Bats gehandelt und ist in den Indizes S&P 600 SmallCap und S&P 500 gelistet. Die Gesamtanzahl der Aktien beträgt 107.987.567 und der Kurs der Aktie liegt aktuell bei 92,80 US-Dollar. Damit ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 10,02 Milliarden US-Dollar.  Zu den größten Inhabern von institutionellen Beteiligungen gehören die Vanguard Group mit 8,75 % und Price Associates mit 8,65 %. Kansas City Southern zahlte im Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von insgesamt 1,32 US-Dollar aus. Die Dividendenrendite liegt damit bei 1,8 Prozent.

 

 

Am 14. Mai 2015 gab die Gesellschaft bekannt, dass der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm genehmigt hat, nach dem das Unternehmen  Stammaktien in Höhe von bis zu 500 Millionen US-Dollar bis zum 30. Juni 2017 zurückkaufen darf. Während des Geschäftsjahres 2015 kaufte KCS bereits 2.133.984 Aktien mit einem Wert von rund 194,2 Mio. Dollar zu einem durchschnittlichen Preis von 90,99 Dollar pro Aktie im Rahmen dieses Programms zurück.

 

Business Development 2007 - 2015

 

 

Im Jahr 2015 sank der Umsatz um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr aufgrund eines vier-prozentigen Rückgangs bei den Einnahmen pro Waggonladung und einer Abnahme der gesamt transportierten Waggonladungen von etwa vier Prozent. Der Umsatz pro Waggonladung verringerte sich aufgrund der Schwächung des mexikanischen Pesos gegenüber dem US-Dollar sowie der niedrigeren Treibstoffzuschläge – resultierend aus niedrigeren US-Treibstoffpreisen. Die Betriebskosten verbesserten sich um neun Prozent. Das lag vor allem an der Schwächung des mexikanischen Pesos gegenüber dem US-Dollar, niedriger US-Benzinpreise sowie niedrigere leistungsabhängiger Vergütungen. Das EBIT blieb mit 803,8 Mio. Dollar etwas unter dem Vorjahresniveau von 809 Mio. Dollar. Daraus resultiert für das Geschäftsjahr 2015 eine EBIT-Marge von 33 Prozent. Das Jahresergebnis lag mit 483,5 Mio. Dollar knapp vier Prozent unter dem Vorjahreswert    

 

Business Development 2016

 

Für das gesamte Geschäftsjahr 2016 werden Umsatzerlöse in Höhe von 2,33 Milliarden US-Dollar (-3,77 %) und ein Gewinn je Aktie von 4,58 Dollar (-2,2 %) für Kansas City Southern prognostiziert. Damit ergibt sich ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,26 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,26. Der Branchendurchschnitt dieser beiden Bewertungskennzahlen lag 2015 bei 3,4 und 16,7. Für das Kurs-Buchwert-Verhältnis ergibt sich ein Wert von 2,28 (Branchendurchschnitt 3,2). 

 

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 erwirtschaftet KCS einen Umsatz von 1,735 Milliarden US-Dollar. Damit liegt dieser 4,89 Prozent unter seinem Vorjahreswert von 1,820 Mrd. US-Dollar. Die operativen Aufwendungen lagen mit 1,128 Mio. Dollar rund 9,48 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau von 823,9 Mio. Dollar. Das EBIT lag zum 30. September bei 607,6 Mio. Dollar - eine Verbesserung von 3,93 Prozent. Damit erreicht Kansas City Southern eine EBIT-Marge von aktuell 35 Prozent. Zum Jahresende 2015 lag diese noch bei 33 Prozent. Zudem konnte sich der Jahresgewinn mit 348,5 Mio. US-Dollar leicht um 1,3 Prozent verbessern. Trotz abnehmender Umsatz- und Geschäftszahlen konnte sich das Eisenbahnunternehmen aufgrund verbesserter operativer Aufwendungen in seiner Rentabilität verbessern. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die niedrigeren Treibstoffkosten (Einsparungen von 40 Mio. $) und eine einmalige Steuergutschrift für Treibstoff der mexikanischen Regierung in Höhe von 34 Mio. Dollar. EBIT und Gewinn hätten in den ersten drei Quartalen höher ausfallen können. Gestiegene Vergütungskosten, Modernisierungskosten für eine Brücke in Texas sowie ein Streik in Mexiko innerhalb des dritten Quartals drückten auf das Ergebnis. Der Free Cashflow lag zum dritten Quartal bei 217,8 Mio. Dollar. Das Unternehmen investierte in den ersten neun Monaten deutlich weniger in sein Netzwerk und operativen Besitz, konnte den operativen Cashflow gleichzeitig um 1,8 Prozent steigern. Der Cash-Bestand wuchs um 163 Mio. auf 293,1 Mio. US-Dollar an. An der Bilanz gab es in den ersten neun Monaten keine weiteren nennenswerten Veränderungen.

 

Market

 

Ein Großteil der Aktien großer Eisenbahnunternehmen wie  der Norfolk Southern Corp., Union Pacific Corp., CSX und auch der Kansas City Southern fielen gegen Ende des Jahres 2015 endgültig auf einen Tiefststand. Seit Januar 2016 konnten sich die Kurse der Eisenbahngesellschaften jedoch wieder erholen, was durchaus als ein Vorbote besserer wirtschaftlicher Zeiten interpretiert werden könnte. Die Aktienkurse von Transportunternehmen wie Eisenbahnen sowie Airlines und der Lkw-Sparte werden oftmals als ein Barometer der industriellen Wirtschaftstätigkeit eines Landes interpretiert. Der "Dow Theory Forecasts", ein Börsen-Newsletter, schrieb dazu: "A sustained pickup in industrial activity could help U.S. gross domestic product finally accelerate north of 2 percent."

 

Vor allem im vergangenen Jahr 2015 hatten die Eisenbahngesellschaften mit einer Vielzahl negativer Wirtschaftsnachrichten zu kämpfen. Die Aktienkurse fielen bis Anfang Januar 2016 folglich sehr stark. Gründe gab es genügend. Zunächst einmal fielen die Rohölpreise im Jahr 2014 von über 100 Dollar pro Barrel Erdöl auf unter 40 Dollar pro Barrel, was die Ölproduzenten dazu veranlasste, das Fracking zurück zu schrauben und die Schienenlieferungen von Rohöl und Fracksand zu drosseln. Zudem steigen viele Erdgasproduzenten auf sauberes Erdgas um. Als Folge verringerte sich in den vergangenen Jahren der Kohletransport. Zum Beispiel wurden im Jahr 2012 rund 7,6 Millionen Tonnen Kohle mit Hilfe des Schienentransports verfrachtet, was einem Anteil von 42 Prozent an den gesamt tranpsortierten Eisenbahn-Tonnen entspricht - so das Bureau of Transportation Statistics. Bis 2015 ist diese Zahl auf 6,3 Millionen Tonnen bzw. auf einen Anteil von 35 Prozent gesunken.

 

Ein weiterer Grund war die sich verlangsamende US-Industrie, was sich negativ auf das Transportgeschäft auswirkte. Das Institut für Supply Management Manufacturing bestimmt einen Index für die Herstelleraktivität der US-Industrie. Dieser lag im gesamten Jahr 2015 bei unter 50 Punkten. Eine ISM-Index-Lesung von unter 50 deutet auf eine rückläufige Entwicklung eines Wirtschaftssektors hin.  Darüber hinaus machte sich die Stärke des US-Dollars gegenüber den überseeischen Währungen bemerkbar. US-Exporte von Chemikalien, Getreide und Stahl wurden teurer und somit weniger wettbewerbsfähig. Dies führte zu einem Rückgang der Ausfuhren und folglich auch der Schienenverkehrstätigkeit. Konsumentenorientierte Segmente wie das intermodale Transportgeschäft oder die Lieferung für den Automobilsektor konnten sich stabil halten. Ein weiterhin abnehmendes Wachstum könnte jedoch auch hier zu stärkeren Einbußen des Transportvolumens führen.

 

In den letzten acht bis zehn Monaten konnten sich Eisenbahnaktien wieder erholen. Norfolk Southern ist um 44 Prozent, Union Pacific um 38 Prozent und CSX um bis zu 35 Prozent gestiegen. Auch Kansas City Southern konnte seit Januar 2016 um 36 Prozent zulegen. Diese Zugewinne sind vor allem das Ergebnis der sich stabilisierenden Rohölpreise, die mittlerweile wieder bei ca. 50 Dollar pro Barrel Öl liegen. Zudem konnte die US-Industrie wieder anziehen. Der ISM Index stieg im September diesen Jahres auf über 50 an, obwohl er im August noch leicht unter diesem Niveau lag. Der US-Dollar hat in diesem Jahr schwache Monate hinters sich, so dass US-Ausfuhren billiger wurden und die US-Industrie davon profitierte.

 

Forecast

 

Laut Prognosen der ATA und der IHS Global Insight wird die gesamte transportierte Frachttonnage von 2013 bis 2025 um 23,5 Prozent anwachsen. Das Umsatzvolumen wird im selben Zeitraum um insgesamt 72 Prozent, also 3,3 Prozent pro Jahr steigen. „We continue to see growth for the entire freight economy – but we also see that trucking will maintain its position as the nation’s dominant mode of freight transportation“ – so ATA Vice President und CEO Bob CostelloLaut ATA wird das intermodale Transportgeschäft bis 2019 jährlich um 5,5 Prozent steigen. Von 2019 bis 2025 wird hier mit einem Wachstum von 5,1 Prozent pro Jahr gerechnet. Technavio prognostiziert für den US-Frachtmarkt bis 2019 eine Wachstumsrate von insgesamt 4,52 Prozent für die Umsatzerlöse und 2,63 Prozent für das Frachtvolumen. Prognosen der Federal Highway Administration zeigen, dass die US-Frachtsendungen von 18,1 Milliarden Tonnen im Jahr 2015 auf über 25 Milliarden Tonnen im Jahr 2045 steigen werden.

 

Competition and Peer Group

 

Die Eisenbahn als Transportmittel ist effizienter als ihre Alternativen (barges, ships, aircraft, trucks), obwohl das Transportgeschäft mit Trucks immer noch den Löwenanteil der Indsutrie ausmacht. Sie benötigt weniger Arbeitskräfte und kann dabei eine weitaus größere Fracht transportieren. Zudem benötigt die Eisenbahn insgesamt weniger Kraftstoff als die Lkw-Branche. Um eine Tonne Fracht über 476 Meilen zu transportieren, braucht es eine Gallone (3,78 Liter) Treibstoff. Laut Environmental Protection Agency (EPA) verbraucht die Eisenbahn damit nur Zwei-Drittel des Kraftstoffverbrauchs der Lkw-Branche. Diese steht bei den Regulierungsbehörden zur Verringerung der Emissionen zunehmend unter Druck. Heute kann der Eisenbahnsektor die doppelte Menge an Fracht zum gleichem Preis als noch von vor 35 Jahren befördern. Wenn der gesamte Schienengüterverkehr auf die Lkw-Sparte umgeleitet werden müsste, entstünden zusätzliche Kosten in Höhe von 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Morningstar schätzt, dass die Kosten für Kunden bei Eisenbahnbetreibern um bis zu 10 bis 30 Prozent geringer als bei den alternativen Transportmitteln sind.

 

In den USA konkurriert das Unternehmen innerhalb des Transportgeschäfts mit sechs Eisenbahnen. 1980 existierten noch rund 40 große Eisenbahnkonzerne in Nordamerika. Die Konkurrenten von KCS besitzen in der Regel größere Streckennetzwerke und verfügen über wesentlich größere finanzielle und operative Ressourcen. Die Eisenbahnindustrie in Nordamerika wird von einigen sehr großen Trägern dominiert. Die US-Westeisenbahnen BNSF Railway Company und Union Pacific Railroad Company können dabei zu den wichtigsten Wettbewerbern von KCS gezählt werden. Die Union Pacific Railroad Company verfügt über ein 32.100 Meilen langes Schienennetzwerk, wovon sich rund 26 Tausend Meilen in Eigenbesitz befinden. 2015 erwirtschaftete Union Pacific Umsatzerlöse von 21,813 Milliarden US-Dollar. 2014 lagen diese noch bei knapp 24 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen beschäftigt rund 47 Tausend Mitarbeiter. Die im Jahr 2010 von Warren Buffett übernommene Eisenbahn BNSF Railway Company besitzt ein 32 Tausend Meilen langes Streckennetzwerk. Davon besitzt der Konzern 23 Tausend Meilen. Im Geschäftsjahr 2015 generierte das Unternehmen 21 Milliarden US-Dollar und beschäftigt rund 44 Tausend Mitarbeiter.

 

In Mexiko gehören insbesondere die Ferrocarril Mexicano, S. A. de C. V. ( „Ferromex“) und die Ferrosur, S. A. de C. V. ( „Ferrosur“) zur Konkurrenz der KCSM. Ab 2002 begannen Fusionsverhandlungen zwischen der Grupo Carso und der Grupo México, dem Haupteigentümer von Ferromex, der größten mexikanischen Eisenbahngesellschaft. Aufgrund gesetzlicher Regelungen und des Einspruchs der Kartellbehörde zog sich die Durchführung des Planes jedoch in die Länge. Erst am 25. November 2005 konnte Ferrosur durch die Grupo México (Ferromex) übernommen werden. Ferromex bedient durch sein über sechs Tausend Meilen langes Netzwerk einen Großteil der Häfen und Städte des Landes. Das Unternehmen erwirtschaftet rund 23 Mrd. Peso (1,1 Mrd. Euro) und beschäftigt 7.800 Mitarbeiter.

 

 

Conclusion

 

Der Vorteil einer Eisenbahn gegenüber der Konkurrenz hängt im wesentlichen von dem Standort und der Reichweite seines Netzwerks ab. Und KCS ist da keine Ausnahme. Die großen Eisenbahngesellschaften Nordamerikas umspannen teilweise den halben Kontinent. KCS jedoch betreibt eine einzigartige, kleinere Nord-Süd-Route der USA bis nach Mexiko, wo es mittlerweile die Hälfte seiner Einnahmen generiert. Das KCS-System besteht aus Gleisen im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten bis hin nach Mexiko City und bis an beide Küsten des Nachbarlandes der USA. Dieses Netzwerk bietet KCS die Möglichkeit und den Vorteil, auch zukünftig vom NAFTA Handel (North American Free Trade Agreement), der mexikanischen Automobil- und Appliance-Produktion, Mexikos Hafenverkehr und dem intermodalen Geschäft der USA auf der strategisch wichtig gelegenen Ost-West Strecke auszunutzen.

 

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das operative Geschäft von Kansas City Southern stark von der wirtschaftlichen Entwicklung der USA, Mexikos und der Weltmärkte abhängt. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens funktioniert im Bezug auf die Branche überdurchschnittlich gut. Kansas City Southern konnte seine Umsatzerlöse in den letzten acht Jahren um durchschnittlich 4,9 Prozent verbessern. Das EBIT wuchs um durchschnittlich 15,1 und der Jahresüberschuss um 26,9 Prozent pro Jahr. Mit einer EBIT-Marge von 33,2 und einer Umsatzrendite von 20 Prozent liegt die Rentabilität des Unternehmens im Durchschnitt der Branchenwerte von 32,7 und 20,2 Prozent der großen Eisenbahnen Nordamerikas. Das Unternehmen konnte seine Rentabilität und finanzielle Stabilität in den letzten acht Jahren konstant verbessern. 2009 betrug der Anteil der operativen Aufwendungen noch 80 Prozent. Aktuell liegt dieser Anteil bei rund 68 Prozent.

 

Das Transportgeschäft im Allgemeinen sowie die Eisenbahnen konnten in den letzten acht Jahren von der Erholung der Welt- und US-Wirtschaft profitieren. Investoren wie Warren Buffett wussten nach der Wirtschaftskrise, dass dieser Sektor besonders von einer Rückkehr der globalen Wirtschaft profitieren würde. Eisenbahnen werden in den kommenden Jahrzehnten eine weiterhin wichtige Rolle für die US-Wirtschaft spielen. Langfristig wird es möglicherweise zu weiteren Konsolidierungen innerhalb der Branche kommen. Kansas City Southern stellt hier ein geeignetes Ziel für Übernahmen dar. Doch trotz der hohen Qualität und des durchaus nachhaltigen Sektors von KCS, ist mir die aktuelle Börsenbewertung des Unternehmens unter Berücksichtigung der nur schwer vorherzusagenden wirtschaftlichen Entwicklung der Weltmärkte sowie der US-Wirtschaft mit Blick auf die vergangenen Entwicklungen zu hoch. Ich stufe die Aktie auf Beobachten ein. 

 

Die Folgen der Präsidentschaftswahl von Donald Trump für die Handelsbeziehungen zwischen den USA und den Weltmärkten und vor allem Mexikos sind in dieser Analyse nicht berücksichtigt worden.

 

 

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Kansas City Southern Analyse 2016
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