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Atwood Oceanics

Atwood Oceanics ist ein weltweit tätiges Offshore Bohrunternehmen mit Sitz in Houston, Texas. Zur Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas auf Offshore-Plattformen nutzen viele Unternehmen der Erdgasförderung und Erdölförderung spezielle Dienstleister mit detaillierten Explorations-Know-how und langjähriger Praxis, um Vorschriften und Arbeitsabläufe effizienter managen zu können und Kosten zu sparen. Atwood Oceanics gehört zu einem solchen Dienstleister. Für die Erschließung von Erdölfeldern und Gas-Lagerstätten im Meer, verwendet der Konzern ein Portfolio aus insgesamt elf mobilen Bohranlagen für die Tiefsee sowie „Ultra“-Tiefsee. Atwood Oceanics besitzt aktuell zwei Ultra-Tiefsee-Bohrschiffe, vier Tiefsee-Bohrinseln und fünf Hubbohrinseln. Die Flotte von Atwood Oceanics ist momentan im Golf von Mexiko, dem Mittelmeer sowie im Raum Südostasiens, Westafrikas und Australiens tätig. Der Großteil der Bohrarbeiten findet außerhalb des Nordamerikanischen Raumes statt. Rund 71 Prozent der Auftraggeber sind ausländische Rohstoffunternehmen.  Der Wert aller Bohreinheiten (inkl. Equipment) beläuft sich aktuell auf über vier Milliarden Dollar. Des Weiteren befinden sich zwei Tiefsee-Bohrschiffe bis zum März und Juni 2016 in Südkorea im Bau. Atwood Oceanics plant für den Bau der beiden Schiffe jeweils Kosten in Höhe von 635 Millionen US-Dollar.

 

 

Die Bohrverträge werden entweder durch direkte Gespräche mit den Kunden verhandelt, oder durch die Teilnahme an Ausschreibungen generiert. Die Verträge variieren dabei je nach Schwierigkeit und Dauer des Auftrages. Bohrverträge können mehrere Jahre andauern. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass die vereinbarten Vertragskonditionen im Laufe der Vertragszeit neu verhandelt werden müssen. Aufgrund schwacher Marktbedingungen haben die Kunden gewisse Optionen, die sie nutzen können. Vorzeitige Vertragsauflösungen oder Preisneuverhandlungen sind darin z.B. enthalten. Ein Teil der Bohrverträge von Atwood Oceanics sind vorzeitig gegen eine Abschlussgebühr jederzeit kündbar. Der Kunde erhält bei Ausfällen aller Art, also bspw. bei Geräteausfällen, aber auch bei Verzögerungen aufgrund schlechter Wetterbedingungen, Entschädigungen bzw. muss einen geringeren Tagessatz bezahlen. Ein Tagessatz kann dabei mehr als eine halbe Million US-Dollar betragen. Im Geschäftsjahr 2015 ist die Anzahl von Neuverhandlungen bezüglich bereits existierender Verträge mit Kunden angestiegen. Zwar konnte der Bohr-Dienstleister vier Verträge um jeweils sechs bis zwölf Monate verlängern, dafür mussten jedoch die Tagesraten reduziert werden.

 

Der Vertragsbestand von Atwood Oceanics betrug zum 30. September 2015 rund 1,6 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau (3 Mrd. Dollar) entspricht. Atwood Oceanics berechnet seinen Vertragsbestand, indem die jeweiligen Tagessätze mit der Anzahl der verbleibenden Tage der einzelnen Verträge multipliziert werden. Umsätze, die aus Gebühren für die Mobilisierung und Demobilisierung von Bohreinheiten oder aus der Vorbereitung von Verträgen entspringen, werden nicht in die Berechnung mit einbezogen. Aktuell stehen nur zwei Verträge für das Geschäftsjahr 2017 „zur Verfügung“. Drei der Bohrverträge sind erst seit kurzem abgelaufen. Für das Geschäftsjahr 2015 erwartete man ein schwieriges Jahr für die Offshore-Branche. Doch die Entwicklung der vergangenen 12 Monate übertraf die die schlimmsten Erwartungen. Der Ölpreis sank von Juni 2014 (115 $) bis November 2015 (48 $) um mehr als die Hälfte. Die Ölkonzerne mussten ihre Pläne für Offshore-Bohrungen beschränken bzw. ganz aufgeben. Gleichzeitig stieg die Anzahl neuer Bohrschiffe und -inseln an. Offshore-Bohrunternehmen hatten diese noch aus den gut laufenden Jahren zuvor in Auftrag gegeben. Eine nun rückläufige Nachfrage, und das wachsende Angebot seitens der Offshore-Dienstleister, führte zu reduzierten Tagessätzen und Auslastungsraten. Folglich kommt es auch bei Atwood Oceanics zum Einbruch der prognostizierten Vertragseinnahmen (Vertragsbestand).

 

 

Im ersten Halbjahr 2016 verschlechterte sich die Lage weiter. Der Vertragsbestand (bis 2020) lag zum 31. März 2016 bei rund einer Milliarde US-Dollar, 55 Prozent weniger als im Vorjahr (2,2 Mrd. Dollar). Zum 31. März sind nur 64 Prozent der verfügbaren Tage für Bohrarbeiten des Geschäftsjahres 2016 durch Aufträge „belegt“. Die Ursache blieb der Marktpreis für Öl. Der Abwärtstrend des Ölpreises fand kein Ende. Mitte Januar unterschritt er die Marke von 30 US-Dollar pro Barrel Brent-Öl. Seit Januar konnte sich der Preis stabilisieren und liegt aktuell bei knapp 50 US-Dollar.

 

Atwood Oceanics rechnet der Vermeidung von Unfällen und der Sicherheit des Personals einen großen Stellenwert zu. Die Safety Incident Frequency konnte in den letzte fünf Jahren von 1,14 auf 0,36 reduziert werden. Zudem erreichte das Unternehmen die besten safe, healthy and environment (HSE) Ergebnisse seiner 47-jährigen Geschichte. Unfälle und ähnliche Vorfälle müssen nicht nur wegen der Gesundheit der Mitarbeiter vermieden werden, sondern auch wegen dem Ruf eines Unternehmens als sicherer und verlässlicher Bohr-Dienstleister. Der Ruf bzw. die Sicherheit eines Unternehmens spielt in dieser Branche eine wichtige Rolle und kann bei der Auftragsvergabe eines Kunden entscheidend sein.

 

Management

 

 

The Stock

 

Die Atwood Oceanics Inc. Aktie (WKN:  860681) wird unter der ISIN US0500951084 an den Börsen Frankfurt, Stuttgart, Berlin-Bremen, New York und Bats gehandelt und ist in dem Index S&P 600 SmallCap gelistet. Die Gesamtanzahl der Aktien beträgt 64.654.062 und der Kurs der Aktie liegt aktuell bei 12,60 US-Dollar. Damit ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 814 Millionen US-Dollar. Die Aktie befindet sich zu 99 Prozent im Streubesitz. Zu den größten Inhabern von institutionellen Beteiligungen gehören FMR LLC mit 12,44 %, die Vanguard Group mit 8,33 % und Blackrock mit 5,53 %. In den letzten 12 Monaten gab es insgesamt 11 Insider-Trades. Davon zwei Käufe und neun Verkäufe. Atwood Oceanics zahlte im Geschäftsjahr 2015 eine Dividende von insgesamt 0,825 US-Dollar aus. Die Dividendenrendite liegt damit bei 6,7 Prozent. 2014 schüttete das Unternehmen erstmals eine Dividende aus.

 

 

Business Development 2007-2015

 

 

Business Development 2007-2015 (Metrics)

 

 

Business Development 2016

 

Im ersten Halbjahr 2016 musste Atwood Oceanics einen Umsatzrückgang um 17 Prozent auf 577 Millionen Dollar (Vorjahr 675 Mio. $) hinnehmen. Die Umsatzkosten lagen zum zweiten Quartal rund 21 Prozent unter dem Vorjahresniveau bei 220 Millionen Dollar. Das operative Ergebnis sank mit 191 Millionen Dollar um 14 Prozent und der Jahresüberschuss lag mit 161,5 Millionen Dollar rund 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Damit ergibt sich eine EBIT-Marge von 33 und eine Umsatzrentabilität von  27,9 Prozent. Die EPS betragen 2,49 Dollar. Die Verbindlichkeiten sind um ca. 8 Prozent auf 1,72 Milliarden Dollar gesunken. Damit ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 64,2 Prozent. Der operative Cashflow liegt mit 380 Millionen Dollar gut 8,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das Unternehmen investierte in den ersten sechs Monaten 176 Millionen Dollar in seine Sachanlagen und zahlte langfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 120 Millionen Dollar zurück. Die Investitionskapital wurde größtenteils für die Modernisierung und Instandhaltung der Anlagen und der Ausrüstung verwendet Der Free Cashflow beträgt zum März 2016, 211 Millionen Dollar, 19,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ergibt sich eine Umsatzverdienstrate von 36,5 Prozent. Der Cash-Bestand erhöhte sich um 113 Millionen auf 226 Millionen Dollar.

 

 

Atwood Oceanics gab zudem bekannt, dass sich die Liefertermine der in Auftrag gegebenen Ultra-Tiefsee-Bohrschiffe Atwood Admiral und Atwood Archer bis zum September 2017 und Juni 2018 verzögern werden. Die ausstehenden Zahlungstermine haben sich dementsprechend verlängert. Atwood Oceanics muss noch Zahlungen in Höhe von insgesamt 400 Millionen Dollar für beide Schiffe leisten. Die Finanzierung erfolgt durch den eigenen Cash-Bestand, ausgegeben Anleihen und eine verfügbare Kreditfazilität (435 Mio. Dollar) des Unternehmens.

 

Market 

 

Die Offshore-Bohr-Industrie ist sehr wettbewerbsfähig. Dabei gibt es kaum ein Offshore-Bohrunternehmen, welches die Branche alleine dominiert. Atwood Oceanics konkurriert mit einer Reihe von Offshore-Bohrunternehmen. Viele der Wettbewerber sind wesentlich größer als die US-Amerikaner und besitzen wesentlich größere finanzielle Ressourcen und eine umfassendere Anzahl an Bohrschiffen und Bohrinseln. Zur direkten Konkurrenz gehören unter anderem die sechs Mitglieder der von Atwood Oceanics selbstbestimmten Peer Group, einschließlich Diamond Offshore Drilling, Inc., Ensco plc, Noble Corporation, Rowan Companies plc, Seadrill Limited und Transocean Ltd. Sicherheitsleistung, technische Leistungsfähigkeit, Standort und Verfügbarkeit sowie der Preiswettbewerb sind in der Regel die wichtigsten Faktoren in der Offshore-Bohr-Industrie. Bei der niedrigen weltweiten Nachfrage nach Bohr-Dienstleistungen, wie die Branche sie derzeit erlebt, kristallieren sich der Preis und die Eignung der Bohranlagen als treibende Wettbewerbsfaktoren heraus. Zu weiteren wichtigen Wettbewerbsfaktoren zählen die Erfahrung der Arbeitskräfte, die Effizienz und der Zustand der Ausrüstung sowie der Ruf des Unternehmens und die Beziehungen zu den Kunden.    

 

 

Die Offshore-Bohr-Industrie hängt von der Nachfrage der weltweit tätigen Rohstoffkonzerne ab. Der Ölpreiscrash zwang kleine und große Ölfirmen dazu, Investitionen in neue Ölproduktion drastisch zu reduzieren. Die Rohölpreise kämpfen seit Mitte des vorletzten Jahres (2014) mit einer länger anhaltenden Verluststrecke. Die Preise für ein Barrel Erdöl sowie der WTI Ölpreis bilden die Richtwerte für die Ölpreise an den internationalen Rohstoffmärkten. Die Preisbildung wird dabei von mehreren Faktoren beeinflusst. Dabei spielten zuletzt vor allem zwei Faktoren eine wesentliche Rolle.

 

In den letzten Jahren verzeichnete die Fracking-Industrie der USA einen regelrechten Boom. Durch die Fracking-Methode erhofft sich vor allem die Regierung, ihre Unabhängigkeit von Erdölimporten reduzieren zu können. Laut des EIA (Energy Information Administration) wäre eine vollständige Eigenversorgung bereits zwischen 2020 und 2030 im Bereich des Möglichen. Durch die zunehmend wachsende Erdöl-Förderung der USA entwickelte sich jedoch ein Überangebot von Erdöl an den weltweiten Rohstoffbörsen. Die Folge war der Verfall des Ölpreises. Und hier kommt die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) ins Spiel. Die OPEC reguliert und stabilisiert die weltweiten Rohölpreise im Interesse der Mitgliederstaaten. Anstatt die geförderte Ölmenge nun zu drosseln, um den Preisverfall zu stoppen und zu stabilisieren, erhöhte der Großteil der OPEC-Staaten ihre geförderte Ölmenge. Um diese Vorgehensweise zu verstehen, muss man bedenken, dass die Fracking-Methode erheblich höhere Kosten verursacht als herkömmliche Fördermethoden. Die OPEC beabsichtigt nun die Ölpreise so weit zu drücken, bis das Fracking-Geschäft der US-Amerikaner unprofitabel wird. Dieser Kampf der Förderländer drückte den Preis pro Barrel Erdöl unter die 20-US-Dollar-Marke und den WTI-Ölpreis unter die 30-US-Dollar-Marke.

 

Der zweite wesentliche Faktor hat mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, China zu tun. China konnte in den letzten 20 Jahren zweistellig Wachstumsraten pro Jahr vorweisen. Um diesen "Motor" Chinas am Laufen halten zu können, importierte die Volkswirtschaft einen Großteil der Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas. Im August 2015 kam es zu einem Schock an den internationalen Börsen, als bekannt wurde, dass die chinesische Wirtschaft an Schwung und Dynamik verlor. Demnach gehe man nur noch von einstelligen mittleren Wachstumsraten aus. Aufgrund der Konjunkturschwäche sanken die Rohstoffimporte von China. Besonders die Nachfrage nach Öl hatte darunter zu leiden.

 

Durch das Fracking der USA, die hohen Fördermengen der OPEC-Staaten, die Wirtschaftsschwäche Chinas und durch die Aussicht, dass der Iran seine großen Ölvorräte demnächst auf den Weltmarkt bringen wird, befanden sich die Ölpreise im Februar diesen Jahres auf einem historisch niedrigen Wert. 

 

rot = Performance Brent Oil; blau = Performance WTI Oil

 

Oil Price Development 2016

 

Die Weltkonjunktur zeigte sich im Februar und März gedämpft. Dabei bereitete vor allem die Entwicklung der chinesischen Wirtschaftskraft der Weltwirtschaft große Sorge. Von Februar bis April diskutierten die Förderländer um ein "Einfrieren" der Ölfördermengen auf das Niveau von Januar. Zwar war Russland ein großer Fürsprecher für ein solches 'Freeze', aber Saudi-Arabien blockierte weiterhin und wollte den Preisdruck aufrechterhalten, um die US-Firmen aus dem Markt herauszudrücken. Im April scheiterte dann das in Doha angesetzte „Freeze-Meeting“, wieder am Veto Saudi-Arabiens. Die Ölnotierungen reagierten darauf jedoch nicht „bärisch“. Vielmehr setzten die Ölpreise zu einem stabilen Preisanstieg an und erreichten Anfang Mai ein Preisniveau von rund 47 Dollar pro Barrel. Viele Marktanalysten sahen diesen schnellen Preiswiederanstieg als verfrüht, da sehr viele Spekulanten ihre Finger mit im Spiel hatten . Im Mai drehte das Blatt dann unerwartet. Gleiche mehrere wichtige Ölförderländer wie Nigeria, Irak, Venezuela, Kanada und Libyen meldeten Produktionsausfälle. Damit war die Überproduktion innerhalb kürzester Zeit vom Preistisch genommen und die Rohölnotierungen tasteten sich an das Preislevel von 50 Dollar je Barrel ran. Auf der Juni-Konferenz der OPEC konnte kein Richtungswechsel eingeleitet werden. Ein von mehreren OPEC-Ländern geforderter Förderbegrenzungsbeschluss kam nicht zustande. Vielmehr erwartet man eine höhere Ölnachfrage in den Sommermonaten und sieht die Ölpreise, sich in die richtige Richtung bewegend. Manche Analysten werten den OPEC-Nichtbeschluss allerdings „bärisch“ und halten, anders als die OPEC, einen neuerlichen Ölpreisrückfall für nicht unwahrscheinlich.

 

Forecast

 

Die IEA (International Energy Agency) veröffentlichte zuletzt ihren "The Medium Term Oil Market Report 2016". Darin geht die IEA mittelfristig für das Jahr 2017 von einer Erholung am Ölmarkt und steigenden Preisen aus. Jedoch prognostiziert die internationale Energieagentur auch Versorgungsrisiken durch die eher gering ausfallenden Investitionen der Rohstoffunternehmen in 2016, die sich zu einem späteren Zeitpunkt negativ bemerkbar machen würden. Für das Jahr 2017 sieht die IEA eine Neuausrichtung des Ölmarktes voraus. Bis zum Jahr 2021 werden sich die USA und der Iran als wichtigste Nicht-OPEC-Förderländer durchsetzen und zu den dynamischsten Produktionsländern aufsteigen. Im Bericht wird davon ausgegangen, dass sich der Ölpreis als Folge der Neuausrichtung wieder nachhaltig stabilisieren und ansteigen wird. Für den Zeitraum zwischen 2015 und 2021 geht die IEA davon aus, dass die globale Ölversorgung um 4,1 Mio. Barrel pro Tag wachsen wird und damit deutlich weniger als das Gesamtwachstum von 11 Mio. Barrel pro Tag im Zeitraum 2009 bis 2015 ausfällt. Investitionen für die weltweite Öl-Exploration und Produktion werden im Jahr 2016 voraussichtlich um insgesamt 17 Prozent fallen. Letztes Jahr (2015) war hier ein Rückgang in Höhe von 24 Prozent zu verzeichnen. Es ist das Erste mal seit 1986, dass die prognostizierten Investitionen zwei Jahre in Folge gesunken sind. Für die Ölnachfrage prognostiziert die IEA ein durchschnittliche Wachstumsrate von 1,2 Mio. Barrel pro Tag. Bis 2021 werden demnach rund 101,6 Mio. Barrel pro Tag nachgefragt werden. Aktuell schätzt die IEA den Bedarf nach Erdöl auf 32,5 Mio. Barrel pro Tag.

 

Die OPEC rechnet für das Jahr 2016 mit einem Ölverbrauch von 31,5 Mio. Barrel pro Tag. Bei Goldman Sachs rechnet man erst wieder Anfang 2017 mit einem Anstieg der Überversorgung, weil die weltweite Nachfrage zu diesem Zeitpunkt nachlassen wird. Eine frühzeitige Entspannung der politischen Situation in Nigeria und Libyen könnte zu einem vorzeitigen Überangebot führen. Morgan Stanley rechnet mit einem Ölpreis von 51 US-Dollar für das Jahr 2017. Die Bank prognostiziert eine Überversorgung zur zweiten Jahreshälfte 2016 und einen weiterhin schwankungsanfälligen Ölpreis. Die Société Générale geht davon aus, dass die US-Firmen ab einem Preis von 55 US-Dollar dazu bereit sind, die kostenintensiven Tiefpumpen für die Ölförderung einzusetzen und die Ölmenge an den weltweiten Rohstoffmärkten zunehmen wird. Jeffries geht kurzfristig noch von Überkapazitäten aus, die sich aber im Laufe des dritten Quartals 2016 verringern dürften und eine "fundamentale Ölpreiserhöhung" wieder begründbar ist. Die Deutsche Bank rechnet mit einer ansteigenden Ölfördermenge der OPEC-Staaten, wodurch die aktuelle Preisrally zu Beginn des nächsten Jahres gedämpft werden könnte.

 

In den letzten Wochen haben sich die Meinungen bezüglich der Ölpreisentwicklung fast schlagartig gedreht. In den ersten vier Monaten waren das Überangebot und die Uneinigkeit der Förderländern die bestimmenden Themen. Aktuell sind jedoch die Produktionsausfälle einiger Länder wie Nigeria, Venezuela, Libyen, Irak und Kanada in den Vordergrund gerückt. Die OPEC steigert zwar weiterhin ihre Fördermengen, dennoch hat sich die physische Überversorgung erheblich reduziert. Dabei hat auch der zuletzt angestiegene Weltölverbrauch eine wichtige Rolle gespielt. Viele Prognosen deuten auf einen Anstieg des Ölpreises auf 65 bis 70 US-Dollar pro Barrel hin, ehe es Anfang 2017 zu einem erneuten Preisdruck kommen kann. Denn Ölförderländer wie Saudi-Arabien, der Iran, Kuwait und Russland, die zu verhältnismäßig geringen Kosten produzieren können, werden mittelfristig ihre Fördermengen weiter erhöhen. 2017 kann der Preis somit wieder auf rund 50 US-Dollar pro Barrel zurückfallen.

 

Risk Factors

 

  •      Die Preise für Erdöl und Erdgas sowie die Erwartungen der Branche über die zukünftige Preisentwicklung.
  •      Die Investitionsbereitschaft der Rohstoffproduzenten.
  •      Die Kündigung, Neuverhandlung oder Verletzung von Geschäftsverträgen sowie mögliche Zahlungsverzögerungen der Kunden.
  •      Die operativen Risiken bezüglich des Förderprozesses.
  •      Die Generierung neuer und langfristiger Bohrverträge.
  •      Die Auswirkungen US-amerikanischer sowie internationaler Regulierungen.
  •      Politische Instabilitäten, Piraterie, Embargos, kriegsähnliche Situationen.
  •      Ungeplante Ausfallzeiten aufgrund von Reparaturmaßnahmen.

 

Conclusion

 

Die Offshore-Förderung von Erdöl und Erdgas verlangt ein hohes Maß an Sicherheit und Qualität. In der Offshore-Bohrindustrie spielt der "Ruf" eines Unternehmens eine wichtige Rolle. Das Bestehen bzw. der Eintritt in dieses Geschäft erfordert hohe Anfangsinvestitionen und setzt ein hohes Maß an Know-how voraus. Atwood Oceanics konnte die Qualität und Sicherheit seiner Arbeit stets verbessern. Die operative Fähigkeit des Konzerns ist in jedem Fall gegeben. Die operative Rentabilität und die finanzielle Stabilität liegen über den Durchschnittswerten der gesamten Branche. Zudem konnte Atwood Ocenics in den letzten fünf Jahren überdurchschnittlich wachsen. Dabei erzielte der Konzern beim Umsatz und Gewinn, Wachstumsraten von über 30 Prozent pro Jahr. Jedoch haben sich die Marktbedingungen erheblich verändert. Das Unternehmen ist von der Bohrnachfrage der Rohstoffunternehmen abhängig. Aufgrund des erheblichen Ölpreisverfalls kommt es in der gesamten Branche zu gering ausfallenden Investitionen. 2015 war hier bereits ein Rückgang in Höhe von 24 Prozent zu verzeichnen. Die Investitionen für die globale Erdöl-Exploration und Produktion werden im diesem Jahr (2016) voraussichtlich um insgesamt 17 Prozent fallen. Die Folge sind fehlende Bohrverträge. Atwood Oceanics verzeichnete zum zweiten Quartal 2016 einen Vertragsrückgang von 55 Prozent. Die Ölkonzerne mussten ihre Pläne für Offshore-Bohrungen beschränken bzw. verlängerten diese nicht. Die Förderstaaten drosselten zwar nicht ihre Fördermengen, die Erschließung neuer "Felder" wurde jedoch nicht unterstützt. Die gering ausfallenden Investitionen werden sich laut der IEA erst zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar machen. Aktuell stehen nur zwei Verträge für das Geschäftsjahr 2017 für Atwood Oceanics "zur Verfügung". Zwar gab es kurzfristige Verlängerungen, dafür mussten jedoch oftmals die Tagessätze nach unten angepasst werden. Atwood Oceanics besitz eine relativ neue und moderne Flotte. Das Unternehmen gab in den letzten Jahren mehrere Bohreinheiten in Auftrag. Denn das Geschäft lief gut. 2015 lagen die Sachinvestitionen deutlich unter dem Durchschnittswert der letzten Jahre. Der Kauf neuer Schiffe oder Inseln ist zur Zeit kein Thema. Dafür verwendetet der Konzern bspw. 120 Millionen US-Dollar für die Tilgung langfristiger Schulden. Der Wachstumsabschwung der Branche macht sich auch in der Geschäftstätigkeit des Unternehmens bemerkbar.

 

Seit Februar konnte sich der Ölpreis wieder an die 50-US-Dollar-Marke tasten. Aktuell steht der Preis pro Barrel Öl bei 50,15 US-Dollar. Wie sich der Ölpreis in Zukunft entwickeln wird, ist nur schwer vorauszusagen. Die Analystenmeinungen fallen zudem durchaus unterschiedlich aus. Die US-Firmen werden ihre Fracking-Aktivitäten, auch im Interesse der US-Regierung, nicht drosseln. Die IEA geht davon aus, dass die USA bis 2021 zu einem der dynamischsten Förderländer aufsteigt. Die Société Générale geht zudem davon aus, dass viele US-Firmen bei einem Ölpreis von 55 US-Dollar dazu bereit sind, die kostenintensiven Tiefpumpen für die Ölförderung einzusetzen und die Fördermenge an den globalen Rohstoffmärkten somit zunehmen wird. Die OPEC, vor allem Saudi-Arabien, wird ihren Preiskampf nicht aufgeben. Die aktuelle Stabilisierung der Ölpreise liegt im Wesentlichen an den Produktionsausfällen wichtiger Förderstaaten. Hier stellt sich die Frage, von welche Dauer diese Ausfälle sind und wie sich der vollständige "Wiedereinstieg" der Länder auf den schon intensiv ausgeprägten Preisdruck auswirken wird.

 

Über die Glaubwürdigkeit bzw. Qualität der Prognosen lässt sich streiten. Durch den Ölpreis-Anstieg der letzen Wochen haben sich die Meinungen fast schlagartig gedreht. Viele Prognosen deuten auf ein Ansteigen der Ölpreise auf 65 bis 70 US-Dollar hin, ehe es Anfang 2017 zu einem erneuten Preisverfall auf 50 US-Dollar kommen kann. Die Ölpreise werden sich in den nächsten Jahren volatil verhalten. Eine Prognose ist daher nur schwer abzugeben.

 

In den letzten zwei Jahren kam es bei fast allen Offshore-Bohraktien zu erheblichen Kursverlusten. Die in dieser Analyse aufgezeigte Peer-Group verlor alleine in den letzten 12 Monaten über 40 Prozent ihrer Kursgewinne. Bei der Atwood Oceanics Aktie ging es um 57,9 Prozent nach unten. Neun der elf Insider-Trades waren Verkäufe. Seit es im Februar mit dem Ölpreis nach oben ging, konnte sich auch die Aktie von Atwood Oceanics verbessern. In den letzten vier bis fünf Monaten verdoppelte sich der Kurs. Trotz dessen ist die Bewertung des Offshore-Titels weiterhin sehr günstig. Im Peer-Group-Vergleich wurde die Aktie von Atwood Oceanics in den letzten zwei Jahren jedoch zu stark abgestraft. Das Unternehmen konnte in den letzten Jahren stärker wachsen und operierte profitabler als die Konkurrenz. Die Industrie gehört zu den volatilsten weltweit. Auch wenn es zu kurzfristig ansteigenden Ölpreisen kommt, bleiben die Investitionen der Rohstoffproduzenten zunächst aus. Die Folgen der abnehmenden Investitionen werden erst Jahre später zu spüren sein. Ich stufe Atwood Oceanics als spekulativen, jedoch durchaus möglichen Turnaround-Kandidaten ein.

 

Financial Statement

 

 

Valuation Metrics

 

 

Market Valuation

 

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