· 

Industry - Medicine Technology

Die Branche der Medizintechnik umfasst eine große Bandbreite medizintechnischer Produkte und Verfahren, die dabei helfen, Leben zu retten oder die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Alleine in Deutschland soll es nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums 400 Tausend verschiedene Medizinprodukte geben. Zu Medizinprodukten zählen bspw. Geräte, (Einmal-)Produkte und Verfahren für die Diagnostik, Chirurgie, Intensivmedizin, Sterilisation, Implantation sowie Verbandsmittel, Hilfsmittel oder Operationsmaterial. Darüber hinaus beinhalten Medizinprodukte auch Labordiagnostika. Die Medizintechnik leistet nicht nur einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheitsversorgung, sie ist auch ein bedeutender Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor in vielen Teilen der Welt. Der Umsatz aller Medizintechnikunternehmen konnte in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2015 um 11,6 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro steigen. Dabei verbesserte sich der Inlandsumsatz um knapp 13 Prozent auf 9,2 Milliarden und der Auslandsumsatz um 11 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Der aktuelle Anstieg wird vor allem durch den schwachen Euro, den niedrigen Ölpreisen und einer gestiegenen Nachfrage in den Emerging Markets begründet.    

 

Germany

 

Der Umsatz aller Medizintechnikunternehmen konnte in Deutschland nach Angaben der offiziellen Wirtschaftsstatistik im Jahr 2015 um 11,6 Prozent auf 28,4 Milliarden Euro steigen. Dabei verbesserte sich der Inlandsumsatz um knapp 13 Prozent auf 9,2 Milliarden und der Auslandsumsatz um 11 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Der aktuelle Anstieg wird vor allem durch den schwachen Euro, den niedrigen Ölpreisen und einer gestiegenen Nachfrage in den Emerging Markets begründet.

 

 

 

 

 

Der deutsche Markt für medizintechnische Produkte ist vor allem durch die hohe Exportquote gekennzeichnet. Im Jahr 2015 lag diese in einem Bereich um die 68 Prozent. Vor 20 Jahren lag diese noch bei 40 Prozent. Vergleicht man den deutschen Markt mit dem Weltmarkt für Medizinprodukte, so gehört Deutschland zur zweitstärksten Exportnation der Welt. Mit einem Welthandelsanteil von 14,6 Prozent liegt Deutschland hinter den USA mit 30,9 Prozent, aber vor Japan mit knapp sechs Prozent. Mit einem Anteil von ca. 50 Prozent geht der Großteil der deutschen Medizinprodukte nach Europa. Jeweils 18 Prozent entfallen auf die USA und Asien.

 

Insgesamt betrugen die Gesamtausgaben für medizinische Produkte in Deutschland im Jahr 2015 gut 33 Milliarden Euro. Rund 18,1 Milliarden Euro (Vorjahr 17,1 Mrd. Euro) entfielen dabei auf Hilfsmittel, 13,9 Milliarden Euro auf sonstigen medizinischen Bedarf (Vorjahr 13,3 Mrd. Euro) und ca. eine Milliarde Euro auf den Bereich der Verbandsmittel. Für den Großteil der Ausgaben ist die Gesetzliche Krankenversicherung mit einem Anteil von 64 Prozent aufgekommen.

 

Global market

 

Insgesamt hatte der Weltmarkt für medizintechnische Produkte im Jahr 2012 ein Volumen von gut 220 Milliarden Euro. Davon entfallen mit 90 Milliarden Euro rund 40 Prozent auf den US-Markt. Zweitgrößte Medizintechnik-Märkte sind Japan und Deutschland mit jeweils 25 bis 30 Milliarden Euro. Nach aktuellsten Schätzungen von Spectaris erreicht der Weltmarkt mittlerweile eine Größe von 364 Milliarden Euro. Auf statista.de wird für 2020 ein weltweites Marktvolumen in Höhe von 478 Milliarde Dollar prognostiziert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 5 bis 6 Prozent jährlich. 

 

 

 

Innerhalb der Europäischen Union sind die deutschen Produzenten eindeutig marktführend. Bei einem europäischen Marktvolumen von knapp 76 Milliarden Euro im Jahr 2013 entfielen 26 Milliarden Euro, also 34,2 Prozent auf deutsche Unternehmen. Es folgen Frankreich mit 10,6 Milliarden. Italien und Irland mit jeweils 8,8 Milliarden sowie Großbritannien mit einem Marktvolumen von knapp sieben Milliarden Euro. Das Hamburgische Wirtschaftsinstitut (HWWI) prognostiziert eine steigende Nachfrage nach medizinischen Produkten in Schwellenländern. Bis 2020 geht das Institut in den Schwellenländern von einem jährlichen Wachstum i. H. v. 9 bis 16 Prozent und in den Industriestaaten von 3 bis 4 Prozent aus. Grundsätzlich ist die Medizintechnik-Branche in Deutschland und Europa stabiler als in den USA. Das liegt an den eher öffentlich organisierten Gesundheitssystem in der Europäischen Union, die in den USA größtenteils privat organisiert sind. Das Institut Germany Trade and Invest prognostiziert für den US-Medizintechnik-Markt, trotz der großen Herausforderungen durch „ObamaCare“, ein jährliches Wachstum in Höhe von 5 bis 6 Prozent.

 

Growth drivers 

 

Die Wachstumsbranche Medizintechnik hat im Schnitt, weltweite Zuwachsraten von rund fünf Prozent jährlich. Denn der Bedarf an Gesundheitsleistungen wird weiter steigen. Ein wichtiger Faktor für das Wachstum der Branche ist der medizinisch-technische Fortschritt. Der MedTech-Fortschritt ermöglicht zum einen die Behandlung von Krankheiten, die vor 10 oder 30 Jahren nicht behandelt werden konnten. Zum anderen können in der heutigen Zeit eine breitere Anzahl an Operationen an immer älteren Patienten durchgeführt werden. Vor allem in den Emerging Markets verbessert sich der Lebensstandard der Menschen. Folglich steigt auch die Nachfrage der Bevölkerung nach einer guten Gesundheitsversorgung. Hier existieren langfristig ertragreiche Marktchancen für die Hersteller medizintechnischer Produkte. Der erweiterte Gesundheitsbegriff in Richtung mehr Lebensqualität ist in Entwicklungs- sowie Industrieländern zu erkennen. Patienten fragen Leistungen rund um ihre Gesundheit verstärkt selbst nach und sind zudem bereit, mehr Geld für bessere Qualität und zusätzliche Dienstleistungen zu zahlen. Ein weiterer Faktor ist der demografische Wandel in vielen Industrienationen wie Deutschland. Durch die alternde Bevölkerung wächst auch die Anzahl an Patienten an. Und durch den technischen Fortschritt stellt das Alter nur noch in seltenen Fällen eine Hinderniss für eine Behandlung dar.

 

Innovation

 

Die Medizintechnik ist eine sich dynamisch entwickelnde und hoch innovative Branche. Rund 30 Prozent ihres Umsatzes generieren die Hersteller mit Produkten und Dienstleistungen, die höchstens drei Jahre alt sind. Die Unternehmen stecken im Schnitt neun Prozent ihrer Umsatzerlöse in die Abteilung für Forschung und Entwicklung. Der Forschungs- und Entwicklungsanteil für Medizintechnik ist mehr als doppelt so hoch wie bei Industriewaren insgesamt. Die hohen Aufwendungen für diesen Bereich zeigen sich auch an den anhaltend steigenden Patenanmeldungen der Konzerne. Die Medizintechnik führt laut Angaben des Europäischen Patentamtes die Liste der Technologiebereiche mit 12.474 weltweiten Patentanträgen im Jahr 2015 an. Die Gesamtanzahl der Anträge stieg im abgelaufenen Jahr (2015) um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. In dieser Branche besteht ein Unternehmen nur erfolgreich durch innovative Weiter- und Neuentwicklung von Produkten und Dienstleistungen.

 

Challenges

 

Die immer größer werdende Beachtung von Kostentreibern in medizinischen Versorgungseinrichtungen trifft auch die Medizintechnik. Ein Großteil der Krankenhäuser  wird von privaten Unternehmen betrieben. Daher spielt die Kosteneffizienz eine immer wichtigere Rolle. Früher verkauften die Hersteller ihre Produkte noch öfters an die in den Einrichtungen beschäftigten Fachärzte, die in der Regel nicht primär auf die Kosten achteten. Mittlerweile stehen die Unternehmen professionell aufgestellten Krankenhäusern und anderen Einrichtungen mit kostenorientierten Einkäufern und Managern gegenüber. So verlagern sich die Anforderungen für die Hersteller in Richtung Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Zwar wachsen die Umsatzerlöse der meisten Hersteller durch Mengensteigerung und neuen Behandlungsverfahren an, die EBIT- und Gewinnsituation der Unternehmen ist hingegen rückläufig. Der Grund dafür liegt vor allem in dem ansteigenden Preisdruck durch Einkaufsbündelungen im Krankenhausbereich und Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich. Auch der zunehmende Wettbewerb setzt die Preise unter Druck. Anstatt einzelner Geräte oder Verfahren gelten komplette Lösungspakete als eine wichtige Zukunftschance für die Unternehmen. Dazu zählt auch die gestiegene Technologisierung der Produkte. Hierdurch wird das Sammeln unzähliger Daten und Informationen möglich. Die Hersteller müssen den Umgang mit BigData in ihre Dienstleistungen integrieren und anbieten, um sich im Markt erfolgreich durchsetzen zu können. In Sachen Innovationskraft könnten Europa und die USA zukünftig deutliche Anteile an den asiatischen Markt verlieren. Dort steigen die Investitionen überdurchschnittlich an. Als größte Hindernisse für die Durchsetzung neuer Innovationen werden in der Regel mangelnde staatliche Förderungen sowie eine zu hohe und uneffiziente Bürokratisierung genannt.

 

Medicine technology of the future

 

Die Entwicklung der medizintechnischen Produkte und Dienstleistungen ist sehr dynamisch. Operationsverfahren werden durch optimierte Verfahren immer sicherer, schonender und die Zugänge immer minimal-invasiver. Ärzte erhalten mittlerweile computer-assistierte Hilfe. IT und Medizintechnik wachsen zusammen. Zudem sind Nano- und Biotechnologien auf dem Vormarsch. Weitere Trends sind:

 

 

 

 

Die Medizintechnik hat und wird weiterhin ein sehr hohes Innovationspotenzial haben. Die Branche wird von der steigenden Weltbevölkerung und von dem sich im Schnitt zunehmend verbesserten Lebensstandard in vielen Teilen der Welt profitieren. Gerade in den Schwellenländern existieren langfristige Marktchancen. Die Unternehmen müssen sich hauptsächlich durch neue Innovationen konkurrenzfähig halten. Durch immer neuere und effizientere Produkte und Dienstleistungen können sich Hersteller weiterhin über gute Wachstumsquoten erfreuen. Aber auch im Bereich der „Alltagsprodukte“ ist durch die oben genannten Faktoren zukünftig Wachstum gegeben. In meinen Augen stellen diese sogar eine bessere Investitionsmöglichkeit dar. Zum einen steigt der mengenmäßige Verbrauch und somit die Nachfrage nach alltäglichen Produkten. Zum anderen sind die Krankenhäuser und medizinischen Einrichtungen an die Hersteller  mit wiederkehrenden Bestellungen gebunden. Produziert der Hersteller qualitativ hochwertige Ware, kann er sich langfristige Geschäftskunden sichern. Zudem besteht nicht das Risiko, dass sich ein entwicklungsaufwendiges Produkt am Ende nicht bezahlt macht. Medizintechnische Produkte werden immer gebraucht. Bei der Gesundheit sind die Menschen immer mehr dazu geneigt, nicht zu sparen. Die Branche kann daher, vor allem in Europa, als konjunkturunabhängig eingestuft werden. Die allgemeine Entwicklung der Medizintechnologie ist noch längst nicht abgeschlossen. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass der Fortschritt noch schneller werden wird. Die Branche steht noch am Beginn ihrer Entwicklung.

 

Peer Group 

 

Die Medizintechnik ist eine sehr interessante und zukunftsorientierte Branche, in der es sich lohnt, nach Investmentmöglichkeiten zu suchen. Aus diesem Grund habe ich knapp 30 Unternehmen in einer Branchenanalyse untersucht. Dabei habe ich sowohl das Wachstum, die finanzielle Stabilität und die Rentabilität, als auch den Preis an der Börse berücksichtigt.

 

 

grün = Verbesserung gegenüber Vorjahr / rot = Verschlechterung gegenüber Vorjahr

 

Download
Medicine Technology Peer Group 2016
Peer Group MedTec.xlsx
Microsoft Excel Tabelle 45.7 KB

Kommentar schreiben

Kommentare: 0