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Zalando

Zalando ist Europas führende Online-Plattform für den Vertrieb von Bekleidung, Schuhen und Accessoires für Damen, Herren und Kinder. Das Unternehmen verfügt über ein sehr breites Produktportfolio aus über 150 Tausend Produkten von etwa 1.500 Marken, darunter globale und lokale Fashion-Brands sowie inhouse designte Private Labels. Zalando wurde 2008 von Robert Gentz und David Schneider zusammen mit dem Investorenkapital der Samwers (Rocket Internet) gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Mittlerweile beschäftigt der Online-Einzelhändler knapp 10 Tausend Mitarbeiter. Neben dem hohen Sortiment an Markenprodukten zeichnet sich das Unternehmen zudem durch das für den Kunden komfortable Retourensystem mit kostenloser Rückerstattung aus. Zum Einen ist jede Bestellung für den Kunden kostenfrei. Zum Anderen können die Kunden ihre bestellte Ware sehr bequem und kostenfrei innerhalb von bis zu 100 Tagen zurücksenden. Zalando vertreibt seine Klamotten, Schuhe und Accessoires mit Hilfe von Websites und Apps in mittlerweile über 15 Ländern: Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Schweiz, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Spanien und Großbritannien. Mit rund 53,4 Prozent ist das sogenannte DACH-Geschäft, also die Märkte Deutschland, Schweiz und Österreich, das mit Abstand umsatzstärkste des Unternehmens. Die Websites und mobilen Apps sind dabei auf die Kundenbedürfnisse der jeweiligen Länder zugeschnitten. Die Zalando Technologie ist das Zentrum für die Fashion-Plattform. Das Unternehmen versucht die Shops im Internet und auf den Apps kontinuierlich zu verbessern und kundenfreundlicher zu gestalten. Durch den Online-Shop und die mobilen Apps erreicht Zalando eine große Reichweite und kann dabei wichtige Informationen über das Nutzerverhalten und die Kaufgewohnheiten seiner Kunden gewinnen. Durch diese Erkenntnisse können die verschiedenen Marken wichtige Werbebotschaften bei den jeweiligen Zielgruppen platzieren.

 

Zalando betreibt drei große Logistikzentren in Deutschland. Diese sind für den Versand in ganz Europa zuständig. Um die steigende Nachfrage gewährleisten zu können, befinden sich zwei weitere Zentren in Süddeutschland und in Italien in der Fertigstellung. Die Vertriebskosten (inkl. Marketingkosten) stiegen innerhalb der letzten vier Jahre um 107,6 Prozent pro Jahr und liegen aktuell bei 1,12 Milliarden Euro (davon Marketingkosten 351,9 Millionen Euro). Daraus ergibt sich ein Anteil am Umsatz von 37,8 Prozent (Vorjahr: 35,9%). Der Anteil der Marketingkosten am Umsatz liegt aktuell bei 11,9 Prozent. Vor drei Jahren machten die Aufwendungen für das Marketing noch über ein Viertel der Umsatzerlöse aus. Der Grund hierfür liegt in dem wachsenden Anteil wiederkehrender Kunden und einer effektiveren Steuerung des Budgets. Die steigenden Vertriebskosten resultieren aus den Investitionen in einen verbesserten Versand und in der Weiterentwicklung der Online-Plattformen des Online-Modehändlers. Insgesamt sind die Umsatzkosten zwar in den letzten vier Jahren um knapp 150 Prozent pro Jahr gestiegen, der Anteil am Gesamtumsatz blieb aber gleich und steht aktuell bei 55 Prozent.

 

Das Management

 

Zalando wird als europäische Gesellschaft geführt und von den Vorständen Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter geleitet. Robert Gentz ist verantwortlich für die Bereiche Technologie, Personal und Strategie. Der Bereich von David Schneider liegt im Brand-Marketing, Einkauf und den Eigenmarken. Rubin Ritters Tätigkeit liegt im Bereich Operations, Vertrieb, Finanzen und Corporate Governance. Alle drei Vorstandsmitglieder absolvierten ihr Studium an der renommierten Hochschule WHU. Robert Gentz und David Schneider leiten das Unternehmen seit der Mitgründung  im Jahr 2008. Rubin Ritter kam 2010 zu Zalando und war zuvor zwei Jahre lang bei der Unternehmensberatung McKinsey & Company tätig. Die Vergütung setzt sich aus einer nichtaktienbasierten Vergütung (erfolgsunabhängige Bezüge) und einer aktienbasierten Vergütung (Bezüge mit langfristiger Anreizwirkung) zusammen. Im Geschäftsjahr 2015 erhielt das Management eine fixe Vergütung in Höhe von insgesamt 600 Tausend Euro (Vorjahr 600 Tausend). Im Rahmen der Optionsprogramme COP, SOP 2011 und SOP 2013 erhielten alle Vorstandsmitglieder Optionsrechte, die die Begünstigten nach dem Ableisten einer bestimmten Dienstzeit zum Erwerb von Anteilen des Unternehmens berechtigen. Der Vorstand hat zum Abschlussstichtag 2015 rund 80 Tausend Optionen zu einem durchschnittlichen Ausübungskurs von 23,15 € ausgeübt.


Die Aktie

 

 

 

 

Die Gesamtanzahl der Aktien beträgt 247.063.258. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 28,61 €. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung i. H. v. 7,07 Milliarden Euro. Zalando ging am 1. Oktober 2014 mit einem Emissionspreis von 21,50 € an die Börse. Am 19. Juni 2015 schaffte der Online-Modehändler den Sprung in den MDAX. Seit dem Börsengang konnte die Aktie um rund 33 Prozent zunehmen. Zu den größten Anteilseignern gehören VERDERE S.À.R.L. (KINNEVIK) mit 31,74 %, Anders Holch Povlsen mit 10 % und die Global Founders GmbH mit 9,9 %. Die Gründer besitzen insgesamt 3,7 Prozent der Aktien. Im Streubesitz befinden sich 34,6 Prozent aller Aktien. Zalando zahlte bisher noch keine Dividende aus.

 

Konzernentwicklung

 

 

Zalando konnte in den letzten Jahren rasant wachsen. 2011 lag der Umsatz noch bei 510 Millionen Euro. Mittlerweile konnte dieser auf fast drei Milliarden gesteigert werden, ein Plus von 480 Prozent. Seit dem vorletzten Geschäftsjahr (2014) erreicht der Konzern ein positives operatives Ergebnis (EBIT) und einen positiven Jahresgewinn. Das EBIT lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 89,6 Millionen (Vorjahr 62,1 Mio. €) und der Jahresüberschuss lag bei 121,5 Millionen Euro (Vorjahr 47,1 Mio. €). Der Free Cashflow beträgt aufgrund der Finanzmittel, die in Termingelder mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als drei Monaten angelegt und daher dem investierten Cashflow zugewiesen werden, -77,1 Millionen Euro (Vorjahr 123 Millionen Euro). Jedoch ist der hohe Cashflow aus dem Jahr zuvor hauptsächlich auf den Börsengang des Unternehmens zurückzuführen. Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit des Unternehmens liegt seit 2014 im positiven Bereich. Im DACH-Geschäft (Deutschland, Österreich, Schweiz) konnten die Umsatzerlöse um 28 Prozent verbessert werden. Im Rest Europas erzielte Zalando ein Umsatzplus von 40,5 Prozent. Mit der Produktkategorie Bekleidung generiert der Onlinehändler den Großteil seiner Erlöse.

 

 

Die Anzahl der aktiven Kunden konnte in den letzten zwei Jahren um knapp fünf Millionen auf aktuell 18 Millionen Kunden gesteigert werden. 2015 wurden die Websites von Zalando insgesamt 1,656 Milliarden mal besucht (Vorjahr 1,364 Mrd. ). Dabei liegt der Anteil der Site Visits über ein mobiles Endgerät bei 57,1 Prozent. 2013 lag dieser Anteil noch bei 26,8 Prozent. Die Anzahl der Bestellungen wurde in den letzten zwei Jahren um 57,5 Prozent auf 55,3 Millionen verbessert. Im Schnitt bestellt ein aktiver Kunde 3,1 Bestellungen im Jahr (2013: 2,7 Bestellungen pro Jahr). Die durchschnittliche Warenkorbgröße erreicht dabei aktuell einen Wert von 67,80 Euro, ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2013.

Am 30. Juli 2014 haben sich Zalando und eine Gruppe von Banken über eine Kreditfazilität in Höhe von 200 Millionen Euro geeinigt. Durch die revolvierende Kreditfazilität hat das Unternehmen die Möglichkeit, bis zum 30. Juni 2019 kurzfristige Kredite aufzunehmen. Von der Möglichkeit wurden bisher 26,4 Millionen Euro in Anspruch genommen.

 

Vor kurzem veröffentlichte der Online-Modehändler vorläufige Zahlen für das erste Quartal 2016. Demnach konnte der Umsatz um 22,5 bis 24,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015 auf 788 bis 801 Millionen Euro gesteigert werden. Der Quartalsgewinn wird jedoch deutlich unter den erwarteten 29 Millionen Euro liegen. Zalando nach wird dieser wohl einen Wert zwischen 12 und 28 Millionen Euro erreichen. Zu Handelsbeginn brach der Aktienkurs als Folge der schwachen Gewinnprognose um 5 Prozent ein. Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das 1. Quartal 2016 wird am 12. Mai 2016 folgen.

 

 

Der Markt

 

Das veränderte Konsumentenverhalten hat dem E-Commerce in den letzten 15 Jahren zum Durchbruch verholfen. Immer mehr stationäre Einzelhändler gehen online. Doch die anfängliche Euphorie von der Jahrtausendwende hat sich mittlerweile gelegt. Der E-Commerce-Markt hat sich bis jetzt zwar noch nicht zum wichtigsten Vertriebskanal im Einzelhandel entwickelt, kann aber Wachstumsraten aufweisen, die über denjenigen des herkömmlichen Einzelhandels liegen. Der Anteil des Online-Handels am gesamten Einzelhandel wird laut dem Portal marktforschung.de bis 2020 von zurzeit 8,5 auf 13 Prozent ansteigen. Zalando und andere Modeplattformen befinden sich im Bereich des E-Commerce in einer aussichtsreichen Position. Denn das Segment Bekleidung und Schuhe ist mit 25 Prozent der umsatzstärkste E-Commerce-Markt weltweit.

 

 

 

 

Im aktuellen Geschäftsjahr (2016) wird im europäischen Internet-Einzelhandel ein Wachstum von 10 Prozent und im klassischen Einzelhandel ein Wachstum von einem Prozent prognostiziert. In Deutschland spiegelt sich ein ähnliches Bild ab. Der Internet-Einzelhandel wächst um 11 und der Einzelhandel um einen Prozent. Beim Modehandel insgesamt wird in diesem Jahr von einer Stagnation ausgegangen. In Europa wird sich das Wachstum mit einem Plus von 0,3 Prozent in Grenzen halten und in Deutschland geht man von einem Rückgang von 0,2 Prozent aus. Der Online-Modehandel hingegen wird in Europa und Deutschland um knapp 9 Prozent zunehmen können. Deutschland landet aktuell im Ranking der Länder mit den höchsten Umsätzen im E-Commerce-Markt für Bekleidung und Accessoires hinter China (1.), USA (2.), GBR (3.) und Japan (4.) mit einem Umsatzvolumen von 8,9 Milliarden Euro auf Platz 5. Laut einer Prognose des deutschen Online-Portals für Statistik statista.de wird der E-Commerce-Markt für Bekleidung, Schuhe und Accessoires in Deutschland bis 2020 von 12,267 Milliarden auf 19,611 Milliarden Euro anwachsen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wachstumsrate von fast 12 Prozent pro Jahr. Das Umsatzvolumen für den gesamten europäischen Online-Markt Mode (Bekleidung, Schuhe, Accessoires) lag 2015 bei 65,2 Milliarden Euro. Davon entfallen ca. 25 Prozent auf das Segment Schuhe. Bis 2020 wird hier von einem durchschnittlichen Wachstum des europäischen Umsatzvolumen von 14 Prozent pro Jahr auf 111,8 Milliarden Euro ausgegangen. In Westeuropa lagen die Modeausgaben pro Person in 2015 bei 771 Euro, was im weltweiten Vergleich ein Spitzenplatz ist.

 

Zalando ist die mit Abstand trafficstärkste Website von Bekleidungshändlern in Deutschland. Das Unternehmen verzeichnet mehr als doppelt so viele Besucher als der größte Konkurrent H&M. Und auch Online-Modehändler wie kleiderkreisel, bonprox, Deichmann, Esprit, mirapodo und Nike können mit Zalando nicht mithalten. Doch nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, wo bereits über 330 Online-Modehändler existieren, ist Zalando die führende Online-Plattform für den Erwerbs von Bekleidung, Schuhen und Accessoires. Zalando sieht sich in Europa gut positioniert. Für das Geschäftsjahr 2015 prognostiziert das Unternehmen ein Wachstum von 20 bis 25 Prozent. Die EBIT-Marge wird voraussichtlich bei 3 bis 4,5 Prozent liegen. Langfristig geht der Modehändler davon aus, diese Wachstums- und Rentabilitätszahlen beibehalten zu können.

 

Der Online-Handel hat sein Wachstum vor allem der zunehmenden Anzahl von Online-Käufen, der wachsenden Kauffrequenz und den steigenden Durchschnittsumsätzen zu verdanken. Die Anzahl der weltweiten Nutzer des E-Commerce lag im vergangenen Jahr 2015 bei knapp 1,4 Milliarden Menschen. Diese Zahl soll in den kommenden fünf Jahren um 8,6 Prozent auf zwei Milliarden steigen. In Europa liegt die Zahl der Nutzer bei insgesamt 314,4 Millionen. Davon entfallen 134,9 Millionen Nutzer auf das Segment Bekleidung und Accessoires und 118,3 Millionen auf Schuhe. Die Nutzeranzahl für Bekleidung und Accessoires  wird bis 2020 um jährlich 12,6 Prozent und für Schuhe um jährlich 10,8 Prozent zunehmen. Dieses Wachstum ist unter anderem auf die steigende Zahl und Nutzung internetfähiger mobiler Endgeräte zurückzuführen, die im Wesentlichen von einer jüngeren Zielgruppe zum Online-Shopping verwendet werden. Von diesem Trend kann speziell das Modegeschäft profitieren. Denn der Online-Kauf von Klamotten oder Schuhen wird bzw. gehört für junge Menschen zur Normalität. Diese Offenheit der Kunden, auch der älteren Zielgruppen, gegenüber dem Online-Einkaufen wird weiter zunehmen.

 

Fazit

 

Zalando ist ein typisches Beispiel für ein stark wachsendes Internetunternehmen. Die Strategie des Online-Händlers liegt primär in der Expansion der Marke. Zalando wollte mit allen Mitteln Marktanteile gewinnen. Und das hat es in Europa geschafft. Zalando befindet sich aufjedenfall in einem Wachstumsmarkt. Die Konsumenten können sich bei Zalando kostenlos Klamotten, Schuhe und Accessoires von über 1.500 Marken bequem nach Hause bestellen, diese anprobieren und gegebenfalls kaufen oder wieder kostenfrei zurücksenden. E-Commerce macht trotzdem noch einen verhältnismäßig kleinen Teil des Einzelhandels aus. Dies liegt zum Einen daran, dass diese Art von Handel noch relativ jung ist und folglich primär von den jüngeren Zielgruppen verwendet wird. Zum anderen bevorzugt ein Großteil der Konsumenten, sein Produkt in einem Geschäft zu beurteilen, bevor es gekauft wird. Im Laden gelingt dies besser als online. Bei Klamotten oder Schuhen spielt zum Beispiel die Passgröße und der Stoff eine wesentliche Rolle beim Kauf. Trotz dessen gewinnt der Online-Handel und im speziellen der Online-Modehandel immer mehr an Bedeutung. Das Umsatzvolumen und die Nutzerzahlen werden in den nächsten fünf Jahren zweistellige Wachstumszahlen vorweisen können. Und hier ist Zalando gut positioniert. Europas führende Online-Modeplattform verfügt über eine hohe Markenbekanntheit, einen großen Kundenstamm, gute Lieferantenbeziehungen und eine bereits aufgebaute Technologie- und Logistikinfrastruktur in den meisten Ländern Europas, besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Diese Marktführerschaft spiegelt sich in den steigenden Key-Factors, also dem Website-traffic, den aktiven Kunden, den Bestellungen und der durchschnittlichen Warenkorbgröße wider.

 

Zalando ist finanziell solide aufgestellt. Die Eigenkapitalquote liegt momentan bei 60 Prozent. Zudem verfügt das Unternehmen über einen Kassenbestand von knapp einer Milliarde Euro. Durch eine Kreditfazilität in Höhe von 200 Millionen Euro kann sich der Online-Modehändler zudem kurzfristig und flexibel Kapital für Investitionen leihen. Zalando schreibt erstmals seit dem Geschäftsjahr 2014 grüne Zahlen. Dies liegt in der Strategie des Unternehmens. Erst Wachstum, dann Rentabilität. In Folge dessen fallen die Ertrags- und Rentabilitätszahlen gering aus. Bei der EBIT-Marge strebt das Unternehmen für dieses Jahr (2016) einen Wert im Bereich zwischen 3 und 4,5 Prozent an. Es ist daher schwer zu beurteilen, ob es der Online-Konzern schafft, langfristig und international, also in allen Ländern, konstant rentabel zu sein bzw. zu wachsen. Hier spielt sicher auch der Faktor Retourenquote eine große Rolle. Diese liegt seit ein paar Jahren im Bereich um die 50 Prozent. Trotz dieser hohen Quote zahlt sich das Geschäftskonzept allem Anschein nach aus. Hinsichtlich der Gewinnprognose für das erste Quartal diesen Jahres, die eher bescheiden ausgefallen ist, stellt sich die Frage, ob sich dieser Rückgang durch weitere Investitionen in die Expansion erklären lässt, oder ob es Zalando nicht schafft, in allen Ländern konstant Gewinn zu machen. Für eine genauere Beurteilung sollte man hier aber auf das Jahresergebnis des gesamten Geschäftsjahres 2016 warten. Denn der Einzelhandel im Bereich Mode unterliegt besonders saisonalen Schwankungen. Betrachtet man die Bewertungsmultiplikatoren, erscheint die Aktie auf den ersten Blick teuer. Das KGV liegt bei 58,2 und das KCV bei 59,2. Hier gilt aber folgendes zu beachten. Zum Einen sind diese Werte bei wachsenden Internetunternehmen nicht unüblich und zum anderen macht der Konzern erst seit zwei Geschäftsjahren Gewinn. Dieser konnte 2015 aber bereits um 157,9 Prozent zulegen. Folglich erscheint die PEG-Ratio als passende Bewertungskennzahl. Würde man davon ausgehen, dass Zalando weiterhin ein Gewinnwachstum von 150 Prozent pro Jahr generieren kann, ergibt sich für die PEG-Ratio ein Wert von knapp 0,4, was auf eine deutliche Unterbewertung der Aktie hindeuten würde. Jedoch gehe ich nicht davon aus, dass es der Onlinehändler schafft, dieses Wachstum aufrecht zu erhalten. Geht man davon aus, dass sich der Gewinn entsprechend dem Umsatz entwickelt, also um 20 bis 25 Prozent pro Jahr wächst, ergibt sich eine PEG-Ratio von 2,38. Für eine genauere Beurteilung des Gewinnwachstums erwirtschaftet das Unternehmen noch nicht lange genug Gewinn. Das KUV beträgt 2,4. Dies entspricht dem KUV-Wert von bspw. Amazon, deutet also nicht auf eine Unterbewertung hin. Und auch das KBV von 5,6 lässt nicht auf einen günstigen Preis schließen. Es stellt sich also die Frage, von welchem Gewinnwachstum man in den nächsten Jahren ausgeht und ob sich dieses bereits im aktuellen Kurs widerspiegelt. Über den aktuellen Preis lässt sich streiten, die Aktie ist für mich jedoch der momentan interessanteste Technologiewert an der Börse.

 

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