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Krones AG

 

Die im Jahre 1951 gegründete Krones AG ist ein Hersteller von Maschinen und Anlagen für Abfüll- und Verpackungstechniken sowie die Getränkeproduktion. Zu den Kunden des Unternehmens gehören vor allem Getränkehersteller und Brauereien, aber auch Unternehmen der Nahrungsmittel-, Chemie-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Neben Maschinen und Anlagen bietet Krones auch IT-Lösungen und Serviceleistungen rund um den Prozess der Abfüllung und Verpackung an. Fabrikplanung sowie eine Vielzahl von Produkten der Krones Tochtergesellschaften wie zum Beispiel Intralogistik und Ventilproduktion runden das Produktportfolio ab. Das Unternehmen agiert in seiner Branche weltweit markt- und technologieführend und ist dabei vor allem im Ausland tätig. Krones unterhält rund um den Globus Servicezentren und -niederlassungen und generiert mit knapp 90 Prozent den Großteil seines Umsatzes im Ausland.

 

Die operative Geschäftstätigkeit der Krones AG kann in drei Segmente unterteilt werden. Die Produktabfüllung und -ausstattung ist der größte und mit Abstand umsatzstärkste Geschäftsbereich des Unternehmens. Unter diesem Segment bietet das Unternehmen Maschinen und Anlagen an, mit denen sich die Produkte der Kunden reinigen, abfüllen, etikettieren, kontrollieren, palettieren, verpacken und transportieren lassen. Ein weiterer Teil des Segments besteht aus Maschinen und Anlagen zur Herstellung von PET-Behältern und zum PET-Recycling. Mit der Produktabfüllung und -ausstattung generiert der Konzern 84 Prozent seiner gesamten Umsatzerlöse. Das zweite Segment Getränkeproduktion und Prozesstechnik ist zum einen im Bereich der Sudhaus- und Kellertechnologie tätig, stellt somit also Produkte für Brauereien her. Zum anderen bietet Krones, Anlagen zur Behandlung von Getränken wie  Milch und zur Produktion von Milchmischgetränken und Fruchtsäften an. Mit der Marke EVOGUARD deckt Krones das Komponentengeschäft, also die Herstellung von Ventilen und Pumpen für Anlagen, ab.  Mit diesem Segment erwirtschaftet der Konzern rund 12 Prozent seiner Umsatzerlöse. Das dritte Segment Compact Class ist der umsatzschwächste Geschäftsbereich des Konzerns. Mit den Krones Tochtergesellschaften KOSME und GERNEP bietet das Unternehmen ein ähnliches Produktportfolio wie das Segment Produktabfüllung und -ausstattung an. Der Unterschied besteht darin, dass KOSME und GERNEP Maschinen und Anlagen für eher mittelständische Kunden herstellt, die keine Hochleistungsmaschinen benötigen, aber trotzdem viel Wert auf Qualität legen. Die beiden Töchter decken dabei 3 Prozent des Konzernumsatzes ab.

 

 

Mit Gesamtaufwendungen von knapp 150 Millionen Euro (2014) und über 2.000 Mitarbeitern spielt die Abteilung der Forschung und Entwicklung eine sehr wichtige Rolle bei der Krones AG. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung spezieller Maschinen und Anlagen sowie IT- und Service-Dienstleistungen. 2014 konnte die Anzahl der Patente um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3.730 erhöht werden. Die Forschungsintensität des Unternehmens liegt seit gut 7 Jahren bei 5 Prozent. Im speziellen verfolgt die Abteilung dabei mehrere Schwerpunkte.

 

 

  • Die Bereitstellung kundenspezifischer und kostengünstiger Maschinen.
  • Die Direktbedruckung von Behältern aus Glas und Kunststoff.
  • IT-Lösungen rund um die Maschinen und Anlagen.
  • Eine verbesserte Dosiergenauigkeit und Durchflussmesstechnik.
  • Verbesserung der Betriebs- und Verbrauchskosten.
  • Optimierung von Leer- und Vollflascheninsektionssystemen.
  • Aufbereitung von Wasser.
  • Entwicklung und Verbesserung kompakter Verpackungsstraßen.

 

Das Management

 

 

Das Vergütungssystem der Krones AG beinhaltet fixe und variable Bestandteile. Die variablen Bestandteile orientieren sich dabei an jährliche, mittelfristige und langfristige Anreizwirkungen. Die Short Term Incentives stellen die jährliche variable Vergütung dar und betragen bei einer 100-prozentigen Zielerreichung maximal 3 Monatsgehälter. Als Bezugsgröße gilt vor allem die EBT-Marge. Die Mid Term Incentives gelten für 3 Jahre und richten sich im Besonderen auf das ROCE. Auch hier beträgt die maximale Auszahlungshöhe 3 Monatsgehälter. Die Long Term Incentives beziehen sich auf die Zielerreichung für einen Zeitraum von 5 Jahren. Als Bezugsgröße gilt hier die Steigerung des Unternehmenswertes anhand des EBITDA, EBT und Umsatz. Hier werden 20 Prozent der Festbezüge jährlich ausgezahlt, aber nur, wenn der Unternehmenswert um mindestens 10 Prozent gesteigert werden konnte. Insgesamt besteht die Vergütungsstruktur aus 59 Prozent fixer und zu 41 Prozent aus variabler Vergütung. 2014 erhielt der Vorstand eine fixe Gesamtvergütung in Höhe von 3,028 Millionen Euro (Vorjahr: 2,6 Millionen Euro). Die Höhe der variablen Vergütung für das Geschäftsjahr 2014 betrug ca. 1,8 Millionen Euro.

 

Die Aktie

 

 

Die Gesamtanzahl der Aktien beträgt 31.593.072. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 103,75. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung i. H. v. 3,278 Milliarden Euro. Die Gründerfamilie Kronseder bleibt mit 51,67 Prozent weiterhin stabiler Mehrheitsaktionär der Krones AG. Damit wird sich das Unternehmen auch in Zukunft in Familienbesitz befinden. Die restlichen 48,33 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Die Dividendenrendite beträgt im Schnitt 1,5 Prozent. 2014 schüttete das Unternehmen 1,25 Euro je Aktie an Dividende aus. Für das Geschäftsjahr 2015 gibt es seitens des Managements noch keinen Vorschlag bezüglich der Dividendenauszahlung.

 

Konzernentwicklung

 

Krones konnte seinen Umsatz in den letzten 7 Jahren um 5,3 Prozent (jährlich) steigern. Mit 60,4 Prozent (Vorjahr: 58,2 %) konnte der Umsatz in den Emerging Markets weiter ausgebaut werden. Die restlichen 39,6 Prozent (Vorjahr: 41,8 %) trugen die „reifen“ Märkte zum Umsatz bei. Allgemein gewinnt das Geschäft in den Entwicklungsländern an Bedeutung. In Asien bzw. dem pazifischen Raum erhöhte sich der Umsatz um 40,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Südamerika (-1,5%) und Afrika (-6,9%) mussten jedoch Prozentpunkte abgegeben werden. Das Geschäft in Nordamerika läuft mit einem Umsatzrückgang von 17 Prozent nicht gut. In Europa konnten hingegen hohe zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden.

 

 

Damit konnte sich der Umsatz in den zwei wesentlichen Absatzmärkte überproportional verbessern. Stark verbessert hat sich vor allem das Geschäft mit Unternehmen, die alkoholfreie Getränke wie Wasser, Softdrinks und Säfte herstellen. Hier konnten die Umsätze 2014 um 28,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Umsatz mit Herstellern alkoholischer Getränke musste hingegen 21,5 Prozentpunkte abgegeben. Als Grund wurde hier die sehr starke Nachfrage aus dem Vorjahr genannt. 2014 normalisierte sich diese lediglich wieder.

 

 

Mit Unternehmen des Non-Beverage-Bereichs gelang dem Konzern, ein Umsatzwachstum von knapp 20 Prozent. Das operative Ergebnis wuchs in den letzten 6 Jahren um jährlich 3 Prozent. Der Jahresgewinn verbesserte sich in den letzten Jahren um 33,6 Prozent (jährlich: 4,8%). Der Auftragseingang lag 2007 noch bei 2,3 Milliarden Euro und konnte sich seitdem um jährlich 4,3 Prozent steigern. Die Book-to-Bill-Ratio lag in den letzten 7 Jahren durchschnittlich bei 1,02. Die Eigenkapitalquote liegt bei 41 und die Eigenkapitalrendite bei 14 Prozent. 

  

 

In den ersten drei Quartalen 2015 stieg der Umsatz um knapp 5 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro. Dabei konnte das zunehmend wichtige Servicegeschäft rund um die Produkte der Krones AG wachsen. Der Umsatzabschwung in Asien ist auf das sehr starke Vorjahr zurückzuführen, als Krones in Japan große Aufträge abrechnete. In Südamerika leidet das Geschäft vor allem in Brasilien und anderen Ländern aufgrund der allgemein gesamtwirtschaftlichen Problemen. Mexiko konnte hingegen um 27,4 Prozent zunehmen. Der Umsatzanteil der Emerging Markets liegt in den ersten drei Quartalen (2015) bei 52,9 Prozent. Die BRIC-Saaten machen dabei ca. 15 Prozent aus. Bis auf das relativ umsatzschwache Segment Compact Class konnten das Geschäft in allen Bereichen wachsen.  Das EBIT liegt mit 152 Millionen Euro 14,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Jahresüberschuss konnte um knapp 14 Prozent auf 108,3 Millionen verbessert werden. Der Auftragseingang der ersten drei Quartale beträgt 2.3 Milliarden Euro – ein Plus von 5,2 Prozent. Damit ergibt sich eine aktuelle Book-to-Bill-Ratio von 1,01. Der Auftragsbestand betrug zum 30.09.2015 1,12 Milliarden Euro. woraus sich eine Auftragsreichweite von 177 Tagen ergibt. 

 

Der Markt

 

Die Aussichten für die Maschinenbaubranche kann laut VDMA als grundsätzlich positiv eingestuft werden. Die Verpackungsmaschinenbranche zeigt sich weniger stark betroffen von politischen oder wirtschaftlichen Krisen als andere Maschinenbaubranchen. Die Unternehmen der Branche erwarten in den kommenden Monaten einen Anstieg der Nachfrage in nahezu allen Regionen. Die Auftragseingänge lagen im Zeitraum November 2015 bis Januar 2016 rund 10 Prozent über dem Vorjahresniveau.Für die Nachfrage nach Verpackungsmaschinen wird langfristig von einem jährlichen Wachstum von 5 bis 7 Prozent ausgegangen. Dabei werden 40 Prozent der Verpackungsmaschinen von der Nahrungsmittelbranche nachgefragt. Die Getränkeindustrie macht rund 20 Prozent der Branche aus. Krones erwirtschaftet mit Herstellern von Getränken 90,4 Prozent seiner gesamten Umsatzerlöse. Die globale Nachfrage nach abgefüllten Getränken nimmt stetig zu. Euromonitor erwartet, dass der weltweite Konsum verpackter Getränke bis 2017 durchschnittlich um jährlich 3 bis 4 Prozent auf 1,194 Milliarden Liter steigen wird. Dabei steigt insbesondere die Nachfrage nach Wasser, welches 28,4 Prozent der verpackten Getränke ausmacht. Auch aufgrund der steigenden Nachfrage nach sauberem und verpacktem Wasser in Schwellenländern geht man bis 2017 von einem jährlichen Wachstum von 6 Prozent aus. Mit 23,3 Prozent werden alkoholische Getränke am zweit stärksten nachgefragt. Hier soll der Konsum langfristig um jährlich 2,1 Prozent steigen. Gerade in Asien bzw. China wächst das Verlangen nach Alkohol und speziell nach Bier. Softdrinks machen mit 20,2 Prozent den dritten großen Teil des Getränkekonsums aus. Aufgrund des gestiegenen Gesundheitsbewusstseins in den „reifen“ Märkten wird hier aber von einem eher unterdurchschnittlichen Wachstum von 1,2 Prozent ausgegangen. Bei Säften wird ein jährliches Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziert.

 

 

 

Die wichtigsten Wettbewerber der Krones AG sind Sidel (Tetra Laval Konzern), Bosch Packaging Technology und KHS (Salzgitter Konzern). Sidel ist der führende Hersteller von Maschinen und Anlagen zur Verpackung und dem Abfüllen von Getränken in PET-Flaschen mit Sitz in der Schweiz. Auch die deutschen Hersteller Bosch Technology und und die KHS GmbH sind in der Verpackungs- und Abfüllmaschinenindustrie vertreten. Nach den Umsatzerlösen des letzten Geschäftsjahres ist die Krones AG das mit Abstand führende Unternehmen dieser Branche.

 

 

Fazit

 

Die Weltwirtschaft kämpft seit einigen Monaten mit einem Abwärtssog. Der IWF geht in diesem Jahr (2016) von einem weltweiten Wachstum von 3,4 Prozent aus. 2017 könnte es um 0,2 Prozentpunkte nach oben gehen. Ein Grund liegt vor allem in China’s Wandlung von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft und die daraus resultierenden sinkenden Importe von Rohstoffen aus den Entwicklungs- und Schwellenländern. Das hat auch wirtschaftliche Auswirkungen auf Länder, in denen Krones vertreten ist. In dem, für Maschinenhersteller, sehr wichtigen Absatzmarkt China wird 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,3 und 2017 von 6 Prozent ausgegangen. Damit besteht die Gefahr negativer Auswirkungen auf exportierende Maschinenbauer Europas bzw. Deutschlands.

 

Doch profitiert die Branche der Hersteller von Verpackungsmaschinen auch von mehreren wichtigen Trends. Ein Faktor ist natürlich der Anstieg der Weltbevölkerung und der damit verbundene Konsumanstieg. Wesentlich wichtiger ist jedoch der wachsende Lebensstandard in einer immer größer werdenden Anzahl von Schwellenländern. Bei einer Prognose der Vereinten Nationen wird davon ausgegangen, dass sich die Anzahl der Menschen, die der Mittelschicht zugeschrieben werden können, bis 2020 auf rund 3,3 Milliarden Menschen erhöhen wird. Aufgrund dieser Entwicklung sowie der steigenden Urbanisierung, insbesondere in Asien und Afrika, steigt der Konsum verpackter Getränke und Lebensmittel. Vor allem in Großstädten Asiens wächst die Nachfrage von verpackten Milchgetränken und Ready-to-drink-Getränken, also zum Beispiel trinkfertig abgepacktem Tee, stark. Diese Entwicklungen sind wichtige Wachstumsmotoren für die Verpackungsmaschinenindustrie.

 

Ein weiteres strategisches Ziel der Krones AG ist die Ausnutzung des Trends „Industrie 4.0“. Durch die Industrie 4.0, also der Nutzung vernetzter und innovativer Lösungen, wird die vorausschauende Störungserkennung und Fehlerbehebung aufgrund der umfassenden Datenanalyse verbessert. Damit können Störungs- und Ausfallzeiten signifikant verbessert werden. Durch eine steigende Flexibilität der Maschinen und Anlagen kann die Umstellung auf ein neues Getränk oder Flaschenformat deutlich beschleunigt werden. Durch diese Möglichkeiten lassen sich die Gesamtkosten von Produktionsprozessen stark senken. Hierfür bietet Krones bereits erste Lösungen an.

 

Die Krones AG ist das weltweit führende Unternehmen in einem weltweit wachsenden Markt und kann sich als Wettbewerbsführer weiterhin behaupten. Aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage Chinas und der dortigen Geschäftsaktivität der Krones AG, besteht für das Unternehmen jedoch ein langfristiges Risiko. Trotz des sinkenden Wirtschaftswachstums konnte die Branche der Maschinenbauer und speziell der Verpackungsmaschinenhersteller in diesem Jahr bereits gute Auftragseingänge verzeichnen. Die finanzielle Lage des Unternehmens ist stabil. Die Rentabilitätskennzahlen lassen auf den ersten Blick ein Verbesserungspotential erkennen. Jedoch gelten für den Maschinenbau deutlich niedrigere Zielwerte aufgrund der hohen Investitions- und Produktionskosten der Branche. Die Equity-Multiplikatoren liegen aktuell über dem 7-Jahres-Schnitt der Aktie. Denn der Kurs konnte seit März 2014 um rund 50 Prozent zunehmen. Für mich stellt die Krones AG alles in Allem eine solide und langfristige Investitionsmöglichkeit zu einem fairen, jedoch nicht gerade unterbewerteten Preis dar.

 

Financial Figures

 

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