· 

Die Profi-Investment-Strategie - Philip A. Fisher

„Die Profi-Investment-Strategie“ von Philip A. Fisher erschien erstmals im Jahr 1957 und gehört zu einen der wenigen Investmentbüchern, das es in die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat. Philip Arthur Fisher war ein außergewöhnlicher Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter. Im Gegensatz zu Graham und Dodd spielte bei Fisher nicht nur der Preis einer Aktie, sondern die Qualität, also die finanzielle Stabilität und Ertragsfähigkeit sowie das Management und die Wachstumsaussichten des dahinter steckenden Unternehmens die wichtigere Rolle. Fisher ist dabei vor allem für seine langfristige Anlagehaltedauer bekannt. Für die Identifizierung einer sinnvollen Investitionsmöglichkeit nennt und erläutert der Autor eine Check-Liste, bestehend aus 15 Punkten, die ein Unternehmen erfüllen muss, bevor es als Investment in Frage kommen sollte.

 

1.        Bietet das Unternehmen Produkte oder Dienstleistungen an, deren Marktpotenzial zumindest für einige Jahre nennenswerte Umsatzsteigerungen möglich macht?

2.        Ist das Management entschlossen, kontinuierlich Produkte oder Prozesse zu entwickeln, die das Umsatzpotenzial insgesamt weiter steigern, auch nachdem das Wachstumspotenzial gegenwärtig      attraktiver Produktlinien zum großen Teil erschöpft ist?

3.        Wie effektiv sind die Aktivitäten eines Unternehmens im Bereich Forschung und Entwicklung im Verhältnis zu seiner Größe?

4.        Verfügt das Unternehmen über eine überdurchschnittliche Vertriebsabteilung?

5.        Weist das Unternehmen eine lohnende Gewinnspanne auf?

6.        Was unternimmt ein Unternehmen, um seine Gewinnspanne aufrechtzuerhalten oder zu verbessern?

7.        Sind die industriellen Beziehungen und die Personalführung des Unternehmens von guter Qualität?

8.        Ist das Klima in der Führungsetage des Unternehmens gut?

9.        Ist das Management eines Unternehmens ausreichend gestaffelt?

10.      Wie gut sind Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung aufgestellt?

11.      Gibt es weitere branchenspezifische Aspekte, die dem Anleger wichtige Hinweise auf die Wettbewerbsposition eines Unternehmens geben können?

12.      Orientiert sich ein Unternehmen auf kurzfristige oder langfristige Gewinne?

13.      Wird das Wachstum des Unternehmens in der näheren Zukunft ein solches Ausmaß an Aktienfinanzierung erfordern, dass die größere Zahl der dann in Umlauf befindlichen Aktien den Nutzen        des Altaktionärs aus dem antizipierten Wachstum minimieren wird?

14.      Äußert sich das Management in guten Zeiten freimütig gegenüber Investoren, wird aber verschlossen, wenn es zu Schwierigkeiten und Enttäuschungen kommt?

15.      Ist das Management des Unternehmens integer?

 

Der Fokus von Fisher liegt bei der Unternehmensbewertung vor allem auf dem Management, der Kaufkraft, den Forschungsaktivitäten, der Vertriebskraft sowie der Beziehung zwischen Führungsetage und den Mitarbeitern. Der Investor konzentriert sich somit stark auf qualitative Faktoren. Zu diesem Zweck hat Fisher bei seiner Analyse eines Unternehmens immer versucht,  ein Gespräch mit verschiedenen Unternehmensbeteiligten wie Vorstand, Mitarbeiter, Lieferanten oder Kunden zu führen und sich somit einen vorteilhaften Informationsstand aufzubauen. Die quantitative Seite der Analyse vernachlässigt Fisher hingegen bei seinen Darstellungen.

 

Bei der Suche nach aussichtsreichen Aktien folgt Philip A. Fisher drei Schritten. Zunächst betrachtet der Autor die Bilanz, um sich einen ersten allgemeinen Eindruck zur Qualität des Unternehmens zu verschaffen. Dabei konzentriert er sich auf die folgenden Punkte:

  • Die Verteilung der Umsätze auf einzelne Produktionslinien.
  • Die Wettbewerbssituation.
  • Der Anteil der von Großaktionären gehaltenen Aktien.
  • Alle Daten zur Ertragsrechnung des Unternehmens.
  • Eine Auskunft über Wertverlust und Wertminderung.
  • Die Gewinnspannen.
  • Die Forschungsaktivitäten.
  • Außergewöhnliche / einmalige Aufwände.

Für den nächsten Schritt nutzt Fisher die von ihm genannten „Gerüchteküche“. Diese besteht aus allen öffentlich zugänglichen Informationen aus Analystenmeinungen, Interviews, Zeitungsartikel, dem Internet und sonstigen Medien. Durch die Analyse dieser kann ein Investor einen ersten Eindruck zu einem Unternehmen gewinnen, sollte sich davon jedoch nicht zu sehr beeinflussen lassen und sich bevorzugt eine eigene Meinung bilden. Im letzten Schritt betrachtet und, falls möglich, interviewt Fisher die Vorstandebene eines Unternehmens, um sich eine Meinung über dessen Qualität anzueignen.

 

Im Rahmen des zweiten Kapitels nennt Fisher vier „Dimensionen“, die eine konservative Investition erfüllen sollte. Die erste Dimension beinhaltet eine der Konkurrenz überlegene Produktionsfähigkeit sowie Marketing-, Forschungs- und Finanzabteilung. Die zweite Dimension fordert eine hohe Mitarbeiterqualität sowie Maßnahmen zur Förderung dieser. Die dritte Dimension handelt von den besonderen Charakteristika eines Unternehmens. Dazu zählen bspw. der technologische Stand oder Ruf einer Firma. Die letzte Dimension befasst sich abschließend mit dem zu zahlenden Preis am Markt. Erfüllt eine Aktie alle der drei ersten Dimensionen, und fällt der Preis historisch gesehen günstig aus, so sollte investiert werden. „Die Profi-Investment-Strategie“ von Philip A. Fisher erschien erstmals im Jahr 1957 und gehört zu einen der wenigen Investmentbüchern, das es in die Bestsellerliste der New York Times geschafft hat. Philip Arthur Fisher war ein außergewöhnlicher Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter. Im Gegensatz zu Graham und Dodd spielte bei Fisher nicht nur der Preis einer Aktie, sondern die Qualität, also die finanzielle Stabilität und Ertragsfähigkeit sowie das Management und die Wachstumsaussichten des dahinter steckenden Unternehmens die wichtigere Rolle. Fisher ist dabei vor allem für seine langfristige Anlagehaltedauer bekannt. Für die Identifizierung einer sinnvollen Investitionsmöglichkeit nennt und erläutert der Autor eine Check-Liste, bestehend aus 15 Punkten, die ein Unternehmen erfüllen muss, bevor es als Investment in Frage kommen sollte.

 

Im letzten Teil des Buches fasst Fisher noch einmal seine Strategie in acht wichtige Punkte zusammen.

 

1.        Kaufen Sie Aktien von Unternehmen, die langfristige Gewinnsteigerungen anstreben und gegenüber der Konkurrenz vorteilhafte Qualitäten besitzt.

2.        Kaufen Sie eine Aktie in Zeiten der Unbeliebtheit.

3.        Halten Sie eine Aktie so lange, bis es zu einer grundlegenden Qualitätsminderung im Unternehmen kommt, oder die Wachstumsaussichten sinken bzw. bereits stagnieren.

4.        Gewinnmaximierende Investitionen sind Dividenden zu bevorzugen.

5.        Aus Fehlern lernt man am meisten. Lassen Sie sich nicht von ihnen entmutigen.

6.        Kaufen Sie eine qualitativ hochwertige Aktie zu einem fairen Preis.

7.        Akzeptieren Sie nicht blindlings die aktuelle Meinung der Finanzwelt. Bilden Sie sich eine eigene Meinung.

8.        Beim Umgang mit Aktien hängt der Erfolg vor allem von einer Kombination aus harter Arbeit sowie Intelligenz und Integrität ab.

 

Dieses Werk enthält einige interessante Informationen zur Suche und Identifikation qualitativ hochwertiger Unternehmen. Wer sich bei der Unternehmensanalyse vor allem auf die Bilanz eines Unternehmens konzentriert, dem wird die Strategie von Fisher eher nicht liegen. Denn der Vermögensverwalter legt seinen Fokus auf die qualitativen Werte eines Unternehmens. Zur Analyse dieser führt Fisher vor allem Interviews mit Beteiligten durch. Dieser Ansatz ist für den Privatanleger mittlerweile jedoch kaum mehr durchzuführen. Als privater Anleger erhält man diese Informationen hauptsächlich durch frei zugängliches Material. Ein wesentlicher Teil des Buches stellt somit nur noch theoretisches Wissen bereit. Als interessierter Value-Investor sollte „Die Profi-Investor-Strategie“ trotz dessen unbedingt gelesen werden.

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0