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Ertrag und Rentabilität (Kapital)

Gesamtkapitalrentabilität

 

Die Gesamtkapitalrentabilität gibt an, wie viel Gewinn, unter Berücksichtigung des Fremdkapitals, aus einem Euro eingesetztem Gesamtkapital (Eigenkapital + Fremdkapital) erwirtschaftet wird. Neben dem Jahresüberschuss berücksichtigt diese Kennzahl auch die gezahlten Zinsen und setzt diese ins Verhältnis zum gesamt eingebrachten Kapital eines Unternehmens. Die Gesamtkapitalrentabilität drückt somit die Rendite aller Kapitalgeber aus, weshalb die Fremdkapitalzinsen auch als Ertrag der Fremdkapitalgeber hinzugezählt werden. Der Zielwert variiert je nach Branche, sollte aber allgemein einen Wert über 10 Prozent annehmen.

 

Eigenkapitalrentabilität

 

Bei der Eigenkapitalrentabilität wird der generierte Jahresüberschuss mit dem Eigenkapital (ohne Anteile Dritter) ins Verhältnis gesetzt. Die Eigenkapitalrentabilität gibt an, wie viel Gewinn man aus einem Euro eingesetztem Eigenkapital erwirtschaftet. Das Ergebnis gibt somit die Verzinsung des Eigenkapitals wieder. Ein niedriger Wert deutet auf einen ineffizienten Einsatz von Kapital oder auf eine Überbewertung des Eigenkapitals hin. Um nur Erfolgsgrößen zu berücksichtigen, die den Aktionären auch tatsächlich zustehen, sollte der Jahresgewinn und das Eigenkapital nach Anteilen Dritter herangezogen werden. Der Wert eines Unternehmens lässt sich durch einen effizienten und rentablen Einsatz von Eigenkapital bei geringem Risiko steigern, wobei die Eigenkapitalrendite diese Steigerung bemisst. Die Eigenkapitalrendite steht im Zusammenhang mit der Eigenkapitalquote. Optimal wäre eine hohe Eigenkapitalquote und –Rentabilität. Fällt die Eigenkapitalquote hingegen eher niedrig aus, sollte die Rentabilität des eingesetzten Kapitals einen Wert über 15 bis 20 Prozentpunkte annehmen. Aber auch hier gelten branchenspezifisch unterschiedliche Zielwerte.

 

Return on Investment

 

Der Return on Investment (ROI) ist eine weit verbreitete Kennzahl. Diese stellt das Verhältnis zwischen der Umsatzrentabilität und der Gesamtrentabilität dar und bemisst somit die operative und investierende Tätigkeit. Der ROI drückt also den prozentualen Anteil aus, den der Gewinn an einer Investition hat. Diese Bewertung ist für einzelne Investitionen sowie für die Rentabilität einer ganzen Unternehmung möglich. Der ROI ist somit ein wichtiger Bewertungsmaßstab für die Leistung und die Rentabilität eines Unternehmens.

 

Return on Capital Employed

 

Der Return on Capital Employed (RoCE) gibt an, wie rentabel das gebundene (langfristige) Kapital, also das für die Produktion oder Dienstleistung eines Unternehmens benötigte Kapital eingesetzt wird. Der RoCE setzt das EBIT mit dem Capital Employed ins Verhältnis. Dieses gibt das für die operative Geschäftstätigkeit eines Unternehmens notwendige gebundene Kapital an und unterscheidet sich vom Gesamtkapital vor allem dadurch, dass es um das kurzfristige Fremdkapital und um die liquiden Mittel bereinigt ist. Zum abgezogenen kurzfristigen Fremdkapital gehören in der Regel die kurzfristigen Rückstellungen sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, da es sich hierbei um zinslose Kredite handelt. Die liquiden Mittel werden vom Gesamtkapital subtrahiert, da diese größtenteils nicht für operativen Geschäftstätigkeiten verwendet werden. Bei der Interpretation dieser Kennzahl ist aber Vorsicht geboten, denn das Capital Employed lässt sich mit verschiedenen Methoden ermitteln, wodurch es zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann. Ein hoher Wert des RoCE deutet in der Regel auf ein Unternehmen hin, dass geringe jährliche notwendige Investitionen hat und dadurch hohe freie Cashflows vorweisen kann. Dies erhöht die Attraktivität für Investoren, da ein hoher Jahresüberschuss mit relativ wenig Kapitaleinsatz erzielt werden kann.

 

 

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