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Sixt

Martin Sixt gründete im Jahre 1912 die Firma „Sixt Autofahrten und Selbstfahrer“ mit drei Fahrzeugen. Die erste Station wurde nach dem 1. Weltkrieg in München gegründet und zählt noch heute zu einer der meistfrequentierten Stationen von Sixt. Nachdem die deutsche Wehrmacht während des zweiten Weltkrieges alle Fahrzeuge der Firma konfiszierten, gründete Hans Sixt mit nur einem Mercedes die Firma „Auto Sixt“. 1967 startet Sixt als erstes deutsches Unternehmen ein Leasingprogramm in Deutschland. 1969 tritt Erich Sixt in dritter Generation in das Unternehmen ein. In den nächsten Jahren hat vor allem die Tochter Regine Sixt positive Einflüsse auf das Unternehmen. Im Jahre 1986 erfolgt der Börsengang. 1988 erfolgt die Gründung der heute börsennotierten Tochter „Sixt Leasing GmbH“. In den folgenden Jahren steigt Sixt zum größten Autovermieter Deutschlands auf und kann weltweit in vielen Ländern Fuß fassen. 2012 feierte Sixt sein 100-jähriges Bestehen. Aktuell steht der weltweit größte Autovermietermarkt USA im Fokus der Sixt SE.

 

Die Sixt SE fungiert als Holding des Sixt-Konzerns und ist für die strategische und finanzielle Steuerung des Konzerns zuständig. Sixt kann in die zwei Geschäftsbereiche Autovermietung und Leasing gegliedert werden.

 

Der Bereich Autovermietung kann aktuell in von Form eigenen Stationen und Franchisepartnern weltweit 2.176 Stationen zählen. Die Anzahl der Stationen blieb damit auf dem Stand zum Jahresende 2014. In Deutschland besitzt Sixt einen Marktanteil von mehr als 30% und ist mit deutlichem Abstand Marktführer. Sixt kann vor allem viele Flughafenstandorte vorweisen und hat somit Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Zu den Zielgruppen gehören unter anderem Geschäfts- und Firmenkunden. Strategisches Ziel von Sixt ist es, Unternehmen individuell maßgeschneiderte Vermietungsangebote anzubieten und für sie Kosten- und Zeitvorteile durch eine ganzheitliche Mobilität zu generieren. Aber auch das Geschäft mit Privatkunden konnte in den letzten Jahren ausgebaut werden und macht mittlerweile die Hälfte des Geschäftsbereichs aus. Im Bereich der Vermietung ist Sixt in allen europäischen Kernländern vertreten. Daneben agiert das Unternehmen auf dem wichtigen US-amerikanischen Vermietermarkt und ist über Franchise- und Kooperationspartner auf fast allen Kontinenten vertreten. Sixt setzt bei Geschäfts- sowie Privatkunden vorwiegend auf Premium-Fahrzeuge von bekannten deutschen Automarken zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Weitere Sparten des Geschäftsbereichs sind „Sixt Rent a Truck“, „Sixt Ferienmietwagen“, „Sixt Limousine Service „ und „Sixt Luxury Cars“.

 

Der Bereich Leasing konzentriert sich auf das Full-Service-Leasing. Sixt agiert als banken- und herstellerunabhängige Leasinggesellschaft. Das Leasinggeschäft ist in der Schweiz, Frankreich, Österreich und den Niederlanden vertreten. Neben dem Finanzierungsleasing bietet Sixt viele Dienstleistungen an. Vor allem das Flottenmanagement für Unternehmen steht im Mittelpunkt. Zu den Leistungen von Sixt zählen unter anderem die Beratung bei der Fahrzeugauswahl, die Fahrzeugbeschaffung, die Wartung der Fahrzeuge, transparente Fahrzeugrückgabe-Bedingungen und Servicepakete im Falle von Schadensfällen. Dabei setzt das Unternehmen voll auf online-basierte Lösungen, wie dem Reportingsystem „Fleet Intelligence“. Hier kann der jeweilige Fuhrparkmanager alle Daten zu seiner Flotte einsehen und falls notwendig Einsparungen vornehmen. Durch das „Sixt Mobility Consulting“ spezialisiert sich Sixt auch auf ein ganzheitliches Management von Fuhrparks mittelständischer, sowie größerer Unternehmen und verknüpft dieses mit individuellen Beratungen. Derartige Online- und Mobile-Lösungen spielen bei Konzernen eine immer wichtigere Rolle. Zunehmende Bedeutung gewinnen auch hier die Privat- und Gewerbekunden. Mit dem Angebot www.sixt-neuwagen.de reagiert das Unternehmen auf die erhöhte Nachfrage und kann steigende Kundenzahlen vorweisen. Der Produktbereich Sixt Neuwagen macht den Hauptteil der Einnahmen beim Leasinggeschäft aus. Dabei generiert das Unternehmen gut 75 Prozent des Umsatzes im Inland. Aber auch das Geschäft im Ausland gewinnt mit steigenden Wachstumszahlen an Bedeutung. Mit einer Wachstumsquote von zuletzt 85 Prozent gewinnt die Sparte Sixt Gebrauchtwagen weitere Marktanteile und wird zu einem der wichtigen Märkte für Sixt.

 

Mit der Dienstleistung Drive Now ist Sixt auch im Carsharing-Markt stark vertreten. Das Joint Venture mit BMW bietet Fahrzeuge für den schnellen Mobilitätsbedarf in Großstädten an. Mittlerweile zählt Drive Now rund 410 Tausend Kunden, und konnte neben allen deutschen Städten bereits in Wien, London und San Francisco Fuß fassen. Mit MyDriver versucht Sixt nebenbei einen professionellen Chauffeurservice auf Taxi-Preisniveau auf die Beine zu stellen. MyDriver konnte 2014 über 100 Tausend Buchungen verzeichnen.

 

Sixt setzt in beiden Geschäftsbereichen stark auf die Ausweitung der Online-Aktivitäten. Dabei wird besonders auf die Funktionalitäten der Websites und Apps geachtet, damit der Kunde umfassende Möglichkeiten zur Buchung und Verwaltung hat.

 

Management

 

Erich Sixt (Jahrgang 1944) führt das Unternehmen seit 1969 erfolgreich in dritter Generation. Im Bereich Operations & Fuhrpark gehört Detlev Pätsch (Jahrgang 1951) seit 1993 zum Vorstand. Die Finanzen sind seit 2009 unter Kontrolle von Dr. Julian zu Putlitz (Jahrgang 1967). Seit 2015 sind auch die beiden Söhne Alexander und Konstantin Sixt im Vorstand der Sixt SE. Alexander Sixt (Jahrgang 1979) ist der Vorstand des Bereichs Organisatin & Strategie und Konstantin Sixt (Jahrgang 1982) führt den Vertrieb. Alexander Sixt leitete zuvor Abteilungen der Deutschen Bank in London und der Beratung Roland Berger. Er gilt als möglicher Nachfolger von Erich Sixt. Das Vergütungssystem besteht aus fixen und variablen Bestandteilen. Die variable Vergütung ist an die Höhe der Kontrollkennzahl EBT gekoppelt und wird erst ab einer gewissen EBT-Mindesthöhe ausgezahlt und ist teils aktienbasiert. Insgesamt bezogen sich die Vergütungen des Vorstands auf 7,2 Millionen Euro und liegen damit unter dem Vorjahreswert. Jedem Vorstandsmitglied steht zudem ein Firmenwagen zu Verfügung.


The Stock

 

 

Stamm- und 16.911.454 auf Vorzugsaktien. Der aktuelle Kurs der Stammaktie beträgt 38,24 Euro und der Vorzugsaktie 31,70 Euro. Damit ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 1,727 Milliarden Euro. Der Kursverlauf ist bei beiden Aktiengattungen langfristig gesehen sehr ähnlich. Die Stammaktien befinden sich zu 60,1 Prozent im Besitz der Erich Sixt Vermögensverwaltung GmbH. Die Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH besitzt ein Stimmrechtsanteil von mittlerweile über 3 Prozent. Der Rest der Aktien befindet sich im Streubesitz. Im Geschäftsjahr 2014 kam der Konzern zu dem Entschluss, 1,20 Euro Dividende je Stamm- und 1,22 Euro Dividende je Vorzugsaktie auszuschütten. Das entspricht einer Dividendenrendite von 3,7 Prozent je Stamm- und 4,7 Prozent je Vorzugsaktie. Zudem hält der Sixt-Konzern noch gut 40 Prozent der Anteile an der Sixt Leasing AG, dessen Aktienkurs, nach dem Eröffnungskurs von 20,00 Euro, bei momentan 18,79 Euro steht.

 

Das KGV lag im Durschnitt bei 14,8 (Hertz 30,7, Avis 17,3, Europcar k.A.). Nach konservativer Schätzung des Jahresüberschusses 2015, liegt das aktuelle KGV bei 15,7. Das KUV lag in den letzten acht Jahren bei durchschnittlich 0,53. Mit dem prognostizierten Umsatz für das Geschäftsjahr 2015 ergibt sich momentan ein KUV von 0,86. Das entspricht auch dem Wert zum Jahresende 2014. Das KBV bewegte sich die letzten Jahre um den Wert 1,5. Aktuell ergibt sich ein KBV von 2.

 

Am 16. April 2015 erreichte die Stammaktie ihren historisch bislang höchsten Wert. Im Anschluss erfolge eine Kurskorrektur, die als Einstiegschance betrachtet werden könnte.

 

Business Development 2006-2015

 

Der Konzernumsatz konnte 2011 die Wirtschafskrise hinter sich lassen. 2014 erreichte dieser, mit einer Höhe von knapp 1,8 Milliarden Euro, den bislang höchsten Stand der Unternehmensgeschichte. Dabei entfielen im letzten Geschäftsjahr 1,228 Milliarden Euro auf den Bereich Autovermietung, wovon fast die Hälfte im Ausland erzielt wurde. Das Leasinggeschäft erzielte knapp 420 Millionen Euro und hatte einen Auslandsanteil von 14,4 Prozent. Insgesamt legte der Umsatz 2014 um 8,6 Prozentpunkte zu. Das EBIT und der Jahresüberschuss durchliefen eine ähnliche Entwicklung, waren aber stets im positiven Bereich – auch in den Jahren der Wirtschaftskrise. Die EBIT-Marge liegt im Schnitt bei 11 (Zielwert > 10%) und die Umsatzrentabilität bei durchschnittlich 5 bis 6 Prozentpunkten (Zielwert > 5%). Beide Margen konnten ihre Werte halten bzw. leicht verbessern und deuten, trotz des zuletzt überdurchschnittlichen Wachstums, auf eine funktionierende Effizienz in beiden Geschäftsbereichen hin. Der Kapitalumschlag bewegte sich die letzten acht Jahre um einen Wert von 0,73. Sixt erwirtschaftet somit für jeden als Kapital eingesetzten Euro einen Umsatz von 0,73 Euro (Zielwert > 1). Der Return on Investment lag im Durchschnitt bei sehr starken 3,89. Dieser gibt das Verhältnis zwischen der Rentabilität in der operativen als auch der investierenden Tätigkeit an, und sollte in der Regel einen Wert von über Eins annehmen. Der Return on Capital Employed gibt an, wie rentabel das, für die Dienstleistungen eingesetzte Kapital eingesetzt wird. Bei Sixt beträgt dieser im Durchschnitt 0,13 (Zielwert > 1). Dieser niedrige Wert ist vor allem auf das hohe und kapitalintensive Vermietungs- und Leasingvermögen von rund 2,9 Milliarden Euro der Sixt SE zurückzuführen, welches zuletzt aufgrund starken Wachstums gesteigert wurde. Die Umsatzverdienstrate schwankte die letzten Jahre stark zwischen Werten im Minus- und Plusbereich. Diese gibt an, wie viel Cashflow aus einem Euro Umsatz erwirtschaftet werden kann. Bezugszahl ist dabei der operative Cashflow. Bei Sixt hängt dessen Höhe vor allem von der Höhe der Investitionsausgaben in das Leasingvermögen und von der Wertveränderung der Vermietfahrzeuge ab. Diese nahmen vor allem aufgrund des stärkeren Wachstums im Ausland zu. In den USA konnten in der ersten Jahreshälfte 2015 elf weitere Stationen eröffnet werden. Damit besitzt Sixt insgesamt schon 61 Stationen an Standorten wie Los Angeles und San Francisco. Die Eigenkapitalquote liegt durchschnittlich bei 25 Prozent. Damit liegt sie weit über dem Branchendurchschnitt (Hertz 10,3%, Avis 3,9%. Europcar 4%). Die mit der Eigenkapitalquote zusammenhängende Eigenkapitalrendite kann im Schnitt Werte um die 14 Prozent vorweisen (Zielwert > 10%). Sixt schafft es somit, rund 14 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals in Gewinn umzuwandeln. Die Gesamtkapitalrendite liegt im Schnitt bei 5,8 Prozent (Zielwert > 10%). Das Gearing liegt mit 200 deutlich über dem Zielwert von maximal 20 Prozent. Die Liquidität 3. Grades liegt genau im Zielbereich von 170 Prozent. Das bedeutet, dass das Anlagevermögen nicht durch kurzfristige Verbindlichkeiten gedeckt ist.

 

Business Development 2015

 

Insgesamt verlief das erste Halbjahr 2015 sehr gut und besser als erwartet. Der Umsatz stieg um 21,7 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Das EBT erreichte eine Steigerung von 10,8 Prozent auf 74,8 Millionen Euro. Mit einem Wachstum von 14,6 Prozent auf 54 Millionen Euro konnte auch der Jahresüberschuss überzeugen. Wenn man die Anteile anderer Gesellschafter abzieht, liegt der Gewinn mit einem Anwuchs von 2,1 Prozent bei „nur“ noch 2,1 Prozentpunkten. Darin sind alle Mehraufwendungen für Wachstumsinitiativen, Marketingkampagnen, Expansionen und Einmalaufwendungen des Börsengangs bereits enthalten.

 

Der Bereich Autovermietung verzeichnete insgesamt ein Umsatzplus von 21,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014. Vor allem das Auslandsgeschäft blühte mit einem Plus von 36,3 Prozent auf. Die USA, Frankreich, Großbritannien und Spanien waren hier die Wachstumstreiber. Das EBT blieb trotz der vielen Mehraufwendungen über dem Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Fahrzeugbestand lag bei gut 91 Tausend Modellen. In den USA hat Sixt bereits 61 Stationen öffnen können. Darunter 25 an Flughäfen und 36 an Downtown-Standorten.

 

Der Bereich Leasing erzielte ein insgesamt sehr gutes Ergebnis. Der Umsatz wuchs um 21,8 Prozent auf 323,9 Millionen Euro an, wobei im Ausland ein Plus von 5 Prozent erreicht wurde. Am stärksten wuchs das Geschäft mit gebrauchten Fahrzeugen. Hier stieg der Umsatz um 85,3 Prozent auf 113 Millionen Euro. Das EBT konnte sich um ganze 43 Prozent auf 12,7 Millionen Euro verbessern. Die Anzahl der Leasingverträge (ohne Franchisepartner) verringerte sich im ersten Halbjahr um 5.000 auf 91.200 Verträge. Eigentlich wäre hier eine Erhöhung zu erwarten gewesen, doch durch den Verlust eines Großkunden verlor das Leasinggeschäft rund 7.400 Verträge. Grund dafür seien nicht erfüllte Profitabilitätserwartungen seitens Sixt.

 

Am 7. Mai 2015 erfolgte die Notierungsaufnahme der Aktie der Sixt Leasing AG an der Frankfurter Wertpapierbörse. Das Angebot für die zu platzierenden Aktien umfasste insgesamt 19,75 Millionen Aktien. Der Börsengang war zufriedenstellend und kam auf ein Emissionsvolumen von bis zu 247 Millionen Euro. Sixt konnte sich über einen Brutto-Erlös von rund 127 Millionen Euro freuen und hält weiterhin 41,9 Prozent an der Sixt Leasing AG. Mit dem Kapital will Sixt kurzfristige Schulden abbauen (Senkung der FK-Zinsen) und das Wachstum im Ausland – vor allem den USA – finanzieren.

 

 

Market

 

Die Entwicklung beider Geschäftsbereiche hängt vom weltweiten Wirtschaftsklima ab. Die allgemeinen konjunkturellen Rahmenbedingungen beeinflussen die Ausgabenbereitschaft der Geschäftsreisenden und die Konsumbereitschaft von Privatkunden. Konjunkturelle Schwächephasen können die Nachfrage durch Sparmaßnahmen der Unternehmen senken. Eine sinkende Wirtschaft schwächt zudem die Konsumbereitschaft von Privatkunden. Deutschlands Autovermietungsbranche ist mit gut drei Milliarden Euro zwar ein wichtiger Markt, jedoch rechnet man in den USA mit einem Marktvolumen von über 26 Milliarden Dollar. Euromonitor International prognostiziert für die Branche ein Wachstum in Europa von 2 und in den USA von 7 Prozentpunkten. Der Vermieter-Markt in den USA ist stark konzentriert. Zwei bis drei große Vermieter beherrschen den Markt. Darunter zählen unter anderem die Anbieter AVIS und enterprise. Die Entwicklung der Tourismusbranche bzgl. Privat- aber auch Geschäftskunden spielt eine wichtige Rolle für Sixt. Die European Travel Commission sieht hier weltweit durchaus Wachstumspotential. In Europa wird mit einem Wachstum von 4,5 und in den USA von 5,3 Prozent gerechnet. Dabei soll das Geschäftsreise-Segment mit 6,6 Prozent deutlich stärker als das Privatkundenreise-Segment mit einem Plus von 2,9 Prozent wachsen. Für das Leasinggeschäft mit Neuwägen wird vor allem im Hauptmarkt Deutschland mit weiterhin guten Wachstumszahlen gerechnet. Die Leasingbranche ist Deutschlands größter Investor und generierte 2014 ein Investitionsvolumen von 50 Milliarden Euro. Im abgelaufenen Jahr wurden ca. 1,7 Millionen Leasing-Verträge abgeschlossen. Dabei liegt der Anteil der Pkw und Lkw bei gut 70 Prozent. Zu den Kunden zählen hauptsächlich mittelständische Unternehmen. Im ersten Halbjahr lag das Wachstum des Mobilien-Neugeschäfts bei 7,2 Prozent. Der Anteil der von Unternehmen genutzten Fahrzeuge (Firmenwägen) beläuft sich nach Zahlen des CAR Center Automotive Research auf 23 Prozent. Insgesamt wird für das Fahrzeug-Leasinggeschäft in Deutschland ein Wachstum von 3 bis 4 Prozent prognostiziert. 

In den Bereichen Autovermietung und Leasing wird die Verdrängungspolitik der wenigen großen Autovermietungen zumeist über den Preis ausgetragen. Es besteht immer die Gefahr, dass Vermieter ihre Preise sehr stark drücken, nur um Marktanteile gewinnen zu können, obwohl dabei eventuell Verluste verbucht werden müssen. Für Wettbewerber dieser Strategie könnte allerdings der Fall eintreten, dass diese keinen Zugang mehr zu frischem Kapital erhalten und in der Folge ihren Betrieb einstellen müssen. Sixt ist hingegen wirtschaftlich sehr solide aufgestellt und verfügt über ausreichend finanzielle Ressourcen.

 

Sixt ist immer abhängig von den Einkaufskonditionen der Automobilhersteller. Durch das starke Wachstum vergrößert sich auch die Fahrzeugflotte von Sixt. Die damit zusammenhängenden Kosten für die Instandhaltung, den Sprit, Versicherungen und Steuern nehmen folglich zu. Hier muss der Konzern aufpassen, die Rentabilität nicht aus den Augen zu verlieren.

 

In Folge möglicher Nachfrageschwankungen reagierte das Unternehmen bereits mit dem internen IT-System Yield Management. Dieses bietet die Möglichkeit, den Einkauf an der Nachfrage auszurichten und die Verfügbarkeit von Fahrzeugen an den einzelnen Stationen effizient zu steuern.

 

Weitere externe Einflüsse wären mögliche Zinsschwankungen, politische Veränderungen in einzelnen Ländern, Umweltbestimmungen seitens der EU und die Veränderung gesellschaftlicher Trends. Diese Risiken müssen meiner Ansicht nach zwar berücksichtigt, können aber eher als zweitrangig angesehen werden.

 

Conclusion

 

Die Stimmung an den internationalen Märkten ist zum aktuellen Zeitpunkt eher als unsicher zu betrachten. Die Industrie- bzw. Exportländer der Weltwirtschaft müssen sich mit der Tatsache abfinden, dass die BRICS-Staaten nicht ewig im zweistelligen Wachstumsbereich liegen werden. Sixt operiert hauptsächlich in industriell starken Ländern. Dazu gehören vor allem Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und die USA. In diesen Ländern generiert Sixt den Großteil seines Umsatzes. Von der schwächelnden globalen Wirtschaftsphase ist bzw. wird der Konzern eventuell betroffen sein, jedoch nicht in sehr großem Maße. Das Vermietungsgeschäft von Fahrzeugen wird in diesen Ländern weiterhin wachsen.

 

Die fortlaufende Urbanisierung erhöht die Kosten für ein eigenes Auto. Daher greift die Gesellschaft immer häufiger auf Carsharing-Produkte wie Drive Now zu oder mietet sich, falls notwendig, schnell ein Auto. Seit 2013 expandiert Sixt in die USA, den weltweit größten Markt für Autovermietungen. Mittlerweile zählt das Unternehmen 61 Stationen. Bis zum Jahresende 2015 sollen weitere 20 folgen. Erich Sixt in einem Interview: „Jede Station, die wir aufmachen, macht sofort recht erfreuliche Umsätze“ und „Theoretisch könnten die USA 1.000 Sixt Stationen vertragen“. Weitere Wachstumsinitiativen können außerdem durch die, mit der im Branchenvergleich starken finanziellen Lage, und dem Börsengang der Sixt Leasing AG finanziert werden. Vor allem mit AVIS existiert aber auch Konkurrenz auf dem US-Markt. Der „Preiskrieg“ in dieser Branche ist stark ausgeprägt und muss berücksichtigt werden. Sixt sollte stets ein Auge auf die Rentabilität haben und nicht unkontrolliert anwachsen. Noch gelingt das sehr gut. Das Geschäft ist aber stets mit hohem Investitionsbedarf verbunden. Die damit verbunden Risiken werden immer bestehen.

 

Das Leasinggeschäft ist hauptsächlich in Europa bzw. Deutschland vorhanden. Der Trend, ein Auto zu leasen ist vor allem in Deutschland stark ausgeprägt. Im Ausland ist hier Sixt aber noch nicht wirklich vertreten. Zuletzt nahm das Neuwagengeschäft sehr stark zu, aber auch die Sparte mit gebrauchten Fahrzeugen konnte rasant wachsen.

 

Unterscheidungsmerkmale besitzt Sixt in ihrer Strategie, hauptsächlich auf Premiumfahrzeuge deutscher Hersteller wie BMW, Daimler und Audi zu setzen. Das kommt im Ausland sehr gut an. Zudem gehört das Unternehmen zu den Branchenführern hinsichtlich innovativer Mobilitätskonzepte. Sixt bietet sehr viele Dienstleistungen für Unternehmen, aber auch Privatkunden an. Damit fungiert Sixt als eine Art Beratung und kümmert sich über den Vermietungs- bzw. Leasingabschluss hinaus um Kunden, um sie langfristig binden zu können.

 

Allgemein gesehen stufe ich die Kennzahlen als gut ein. Im Branchenvergleich sind die Zahlen der SIXT SE aber sehr stark. Sixt ist weltweit der rentabelste Autovermieter und gehört finanziell gesehen zu den Besten seiner Branche. Auf den ersten Blick stufe ich die Aktie als fair bewertet ein. Aber auch hier ist ein Vergleich von Nöten. Wie bereits im Bericht geschrieben, sind die anderen großen Vermieter deutlich höher bewertet. Wenn man sich nun das Wachstumspotential in den USA, verknüpft mit den finanziellen Möglichkeiten und den meiner Meinung nach sehr starken Werbekampagnen anschaut, komme ich zu einer eher unterbewerteten Aktie. Das Wachstumspotential ist meiner Meinung nach sicher noch nicht vollständig im Kurs berücksichtigt.

 

Für die Aktie spricht vor allem auch der Umstand, dass es sich um ein Unternehmen im Familienbesitz befindet. Erich Sixt führt das Unternehmen in dritter Generation. Er fühlt sich nach neuesten Angaben sehr gesund. Im falle eines Rücktritts stehen aber schon seine beiden Söhne auf Abruf. Vor allem Alexander Sixt wird als möglicher Nachfolger gehandelt. Das heißt, die Sixt SE wird allem Anschein nach in Familienbesitz bleiben. Aktien von familiengeführten Unternehmen versprechen meist eine überdurchschnittliche Rendite. 

Das Unternehmen hat erst wieder zum zweiten Halbjahr 2015 seine Prognosen erhöht. Erwartet wird eine deutliche Umsatzsteigerung. Das EBT und der Gewinn sollen trotz der wachstumsbasierten Mehraufwendungen leicht steigen. 

 

Valuation Metrics

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Sixt Analyse 2015
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