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Intelligent Investieren - Benjamin Graham

Warren Buffett gilt als einer der größten und erfolgreichsten Investoren unserer Zeit. Durch langfristig orientierte Investitionen in eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gelang es dem Orakel aus Omaha, den einstigen Textilhersteller Berkshire Hathaway (NYSE: BRK) zu einer Multimilliarden-Dollar Holdinggesellschaft auszubauen, zu deren Konglomerat über 80 Firmen gehören. Das Unternehmen gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 500 Mrd. USD zu einem der Wertvollsten der Welt. Warren Buffett war einer der Studenten, die von dem damaligen Professor Benjamin Graham an der Columbia University unterrichtet wurden. Benjamin Graham gilt als Gründer der Investitionsstrategie des Value Investing. In seinem zweiten Buch „The Intelligent Investor“, das im Jahr 1949 erstmals erschien, hält Graham die Grundideen seiner Strategie fest.

 

Das Buch ist breit gefächert und enthält Themen wie Portfoliomanagement, Asset-Allokation, die Auswirkungen von Inflation und Deflation sowie die die Rolle von Marktschwankungen und Dividendenzahlungen. Der wesentliche Teil des Buches besteht jedoch aus den Grundzügen der Vorgehensweise des Investors bei der Auswahl und Analyse geeigneter Unternehmen. In diesem Zusammenhang verweist das Buch häufig auf das allseits bekannte Konzept der Sicherheitsmarge.

 

Mit Hilfe einer Vielzahl von Datenreihen, die teilweise bis ins Jahr 1871 zurückreichen, erlangt der Leser wichtige Erkenntnisse zu den Erläuterungen von Graham. Der Erfolg eines Anlegers hängt dabei vor allem von einer umfassenden Recherche zur Bestimmung des intrinsischen Wertes eines Unternehmens ab. Nur so erlangt man die Erkenntnis, ob ein Unternehmen an den Märkten unter- oder überbewertet ist. Graham‘s Idee der Sicherheitsmarge liegt in der Investition in unterbewertete Unternehmen. Liegt die Marktbewertung (Börsenwert) unter dem intrinsischen Wert eines Unternehmens, ergibt sich eine Kaufgelegenheit für den Investor. Denn langfristig passt sich die Marktbewertung mit hoher Wahrscheinlichkeit an den wahren Wert eines Unternehmens an, so Graham. Um den wahren Wert einer Firma herauszufinden, beschreibt und erklärt Benjamin Graham eine Vielzahl hilfreicher Methoden. Die Bilanzanalyse spielt dabei bspw. eine wesentliche Rolle.

 

Benjamin Graham spricht in seinem Buch von einer Sicherheitsmarge von rund 30 Prozent. Diese Art von Unterbewertung lässt sich mittlerweile jedoch kaum mehr finden. Die Suche nach unterbewerteten Aktien oder den sogenannten Net-Net-Stocks, also Unternehmen, die an der Börse zu einem Wert unter dessen Netto-Umlaufvermögen gehandelt werden, hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend erschwert. Die Informationsbereitstellung kann mit damaligen Verhältnissen nicht verglichen werden. Der Volkwirtschaftsprofessor Eugene Farmer entwickelte in diesem Zusammenhang die „efficient market hypothesis“. Demnach sind die Finanzmärkte effizient, d.h. alle vorhandenen Informationen sind bereits in die Kurse der Aktien eingepreist. Somit besteht für Investoren keine Möglichkeit, durch technische Analyse oder Fundamentalanalyse, unterbewertete Unternehmen zu finden und dauerhaft überdurchschnittlichen Gewinnen zu erzielen, um den Markt zu schlagen.

 

Graham geht in seinem Buch darauf ein, dass sich für den rationalen Investor Möglichkeiten durch das nicht rationale Verhalten der Märkte ergeben können. Zum einen führen Spekulationen auf die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens zu teilweise nicht vertretbaren Kurssteigungen. Zum anderen können vorherrschende Marktprognosen zu übertrieben pessimistischen Marktbewertungen führen. Durch dieses Verhalten können sich durchaus geeignete Investitionsmöglichkeiten ergeben. Neben der Unterbewertung eines Unternehmens müssen jedoch auch dessen Fundamentaldaten und das Geschäftsmodell stimmen. Unterbewertete, jedoch qualitativ schlechte Unternehmen werden sich langfristig nicht als erfolgreiche Investition entpuppen. Für Graham spielt bspw. Die Dividendenpolitik eines Unternehmens eine wichtige Rolle. Demnach sollten Aktionäre eine angemessene Gewinnausschüttung erhalten. Im Falle keiner Dividende müsse das Unternehmen beweisen, die Gewinne sinnvoll und strategisch zum Ausbau des operativen Geschäfts investiertet zu haben.

 

Die in diesem Buch beschriebenen Lehren bieten für jeden interessierten Anleger eine Grundlage der Unternehmensanalyse und Investitionsstrategie. Die wichtigsten Punkte können dabei folgend zusammengefasst werden.

 

·         Bestimmung des fairen, intrinsischen Wertes eines Unternehmens

·         Vergleich Unternehmenswert vs. Börsenwert.

·         Kauf bei vorliegender Unterbewertung (Sicherheitsmarge)

·         Hohe Dividendenausschüttung des Unternehmens

 

·         Diversifikation des Portfolios

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