VALUE INVESTING

 

Value Investing ist eine weltweit verbreitete Anlagestrategie, die von einer Vielzahl professioneller sowie privater Investoren bevorzugt und verwendet wird. Das wesentliche Ziel dieser langfristig orientierten Strategie liegt in der Suche und Identifikation unterbewerteter Aktien. Dabei versuchen Investoren, unter Anwendung der Fundamentalanalyse in Kombination mit dem Value-Ansatz, den intrinsischen, also tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu bestimmen, um diesen anschließend mit der Bewertung, also dem Preis am Markt zu vergleichen. Eine Unterbewertung liegt somit vor, wenn sich der intrinsische Wert unter der Marktbewertung befindet. Um den tatsächlichen Wert eines Unternehmens zu bestimmen, muss sich ein Investor mittels einer umfassenden Recherche über jeden relevanten Bereich eines Unternehmens erkundigen und diesen in seine Bewertung miteinbeziehen. Der Erfolg eines Investors hängt dabei vor allem von der Vermeidung großer Verluste ab. 

 

Die Grundlagen des Value Investing wurden ursprünglich vor über 60 Jahren in dem Standardwerk für Wirtschaftswissenschaften „Security Analysis“ von den Autoren Benjamin Graham und David L. Dodd formuliert und veröffentlicht. Die Autoren gehörten zu den ersten "Schnäppchenjägern" der Börse. Benjamin Graham gilt als Legende der Wall Street und Mitbegründer der modernen Wertpapieranalyse- und anlage. Der Investor war von 1928 bis 1957 als Professor an der Columbia University tätig und lehrte dort unter anderem die Grundideen seiner wertorientierten Anlagestrategie. Dort zählte auch der heutige Investor Warren Buffett zu seinen Studenten. Warren Buffett gilt als einer der größten und erfolgreichsten Investoren unserer Zeit. Durch langfristig orientierte Investitionen in eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen gelang es dem Orakel aus Omaha, den einstigen Textilhersteller Berkshire Hathaway (NYSE: BRK) zu einer Multimilliarden-Dollar Holdinggesellschaft auszubauen, zu deren Konglomerat über 80 Firmen gehören. Das Unternehmen gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 500 Mrd. USD zu einem der Wertvollsten der Welt.  

 

Das zweite Buch „The Intelligent Investor“ von Benjamin Graham wurde einige Zeit später veröffentlicht und entwickelte sich zu einem, noch heute, aktuellen Standardwerk für Anlagestrategen. Das Buch besteht vor allem aus den Grundzügen der Vorgehensweise des Investors bei der Auswahl und Analyse geeigneter Unternehmen. In diesem Zusammenhang verweist das Buch häufig auf das allseits bekannte Konzept der Sicherheitsmarge. Diese besagt, dass sich ein Anleger nur für ein Investment entscheiden sollte, wenn sich der tatsächliche Wert eines Unternehmens unter dessen Preis am Markt befindet. Graham begründet das Prinzip der Sicherheitsmarge somit, dass sich die Marktbewertung eines Unternehmens langfristig mit hoher Wahrscheinlichkeit an dessen tatsächlichen Wert annähern und der Investor somit eine vergleichsweiße überdurchschnittliche Rendite erzielen wird. Je höher die Differenz, desto höher fällt die Sicherheitsspanne und der folglich erzielbare Kursgewinn aus.

 

Für den Erfolg einer Investition spielt unter anderem das Verhalten des Anlegers selbst eine wesentliche Rolle. Überzeugte Investoren sind der Meinung, das Verhalten des Investors ist ein zunehmend wichtiger Faktor für den Erfolg eines Anlegers. Einem guten Investor sollte bewusst sein, dass es sich bei einer Aktie nicht nur um ein Tickersymbol an der Börse, sondern dem Preis eines realen Unternehmens handelt. Der künftige Wert einer Investition kann als eine Art Funktion betrachtet werden: je mehr Sie bezahlen, desto geringer wird Ihre Rendite ausfallen. Eine kritische Denkweise, Geduld sowie Disziplin und Mut gehören zu den Voraussetzungen für erfolgreiches Investieren an der Börse. Dabei ist das Verhalten der Märkte und Aktienkurse nicht vorhersehbar, es gilt jedoch, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen, und das eigene zukünftige Verhalten kennenzulernen und zu kontrollieren. 

Unternehmensanalyse

Warren Buffett investiert nur in Unternehmen, dessen Geschäftstätigkeit er auch vollständig versteht. Nur so gelingt es ihm, den intrinsischen Wert einer Firma zu bestimmen. Hierin liegt die Zielsetzung der Unternehmensanalyse. Dabei wird jeder relevante Bereich eines Unternehmens betrachtet.

  • Geschäftstätigkeit
  • Segment-Entwicklung
  • Global Footprint
  • Management & Organisation
  • Produkte & Services
  • Kunden
  • Marketing & Vertrieb
  • Produktion
  • Forschung & Entwicklung
  • Geschäftsentwicklung
  • Kennzahlenanalyse

 

Kennzahlenanalyse

Diese Art der Finanzanalyse kann zur Bestimmung des fairen Preises eines Wertpapiers verwendet werden. Sie dient zur Messung des unternehmerischen Erfolges einer Firma.

  • historisches Wachstum
  • operative Rentabilität
  • Kapitalrendite
  • finanzielle Stabilität
  • Liquidität
  • Marktbewertung 

Branchenanalyse

Die Branchenanalyse dient zur Bestimmung des zukünftigen Wachstumspotentials einer Industrie. Die Zielsetzung der Analyse liegt zudem in der Analyse der Wettbewerber und Bestimmung der Marktposition eines Unternehmens.

  • Wirtschaftsentwicklung
  • Branchenentwicklung
  • Wachstumstreiber & Risiken
  • Competition & Peer Group Analyse
  • Marktposition