Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse – Graham & Dodd

IMG_2063Das erstmals im Jahre 1934 veröffentlichte Buch „Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse“ ist ein Standardwerk der Wirtschaftswissenschaften. Die Autoren Benjamin Graham und David L. Dodd gehörten zu den ersten „Schnäppchenjägern“ der Börse. Benjamin Graham zählt zu den Legenden der Wall Street und zum Mitbegründer der modernen Wertpapieranalyse- und anlage. Graham war von 1928 bis 1957 als Professor an der Columbia University tätig und lehrte unter anderem die Grundideen des Value Investing. Dieses Buch ist zeitlos. Die darin beschriebenen Methoden und Bewertungskriterien sind noch heute gültig. Graham und Dodd untersuchten die US-Immobilienkrise – und zwar schon vor mehr  als 70 Jahren. Auch damals gab es einen erheblichen Einbruch am Häusermarkt.

Die Ursachen und Auswirkungen für die Kapitalmärkte fassten sie in einem Buch zusammen. Es entstand die Erstausgabe des bis heute als Meilenstein der Wertpapieranalyse bekannten Werkes „Security Analysis“. Das Buch ist unter dem Eindruck der großen Depression der 30er Jahre entstanden. Auch damals ging der schweren Finanzkrise ein Höhenflug des Immobilienmarktes voraus, verbunden mit steigenden Preisen und einer zunehmenden tätigen Baugewerbe. Und heute zeigt sich: Die Erkenntnisse von Graham und Dodd sind noch immer aktuell.

Nach der großen Depression entwickelte Graham ein sehr gutes Gespür und einen großen Wissenstand für das Geschehen an den Börsen. Zwischen 1936 und 1956 erwirtschaftete er mit seiner Graham-Newman Corp. eine jährliche Rendite von ca. 14,7 Prozent. Dabei folgte er stets seinem Grundsatz: Kaufe Anteile nur von Unternehmen,  die an der Börse unter dem Wert ihres bilanzierten Nettoumlaufvermögens gehandelt werden. Um diesen Wert zu ermitteln, sollen Investoren im Allgemeinen auf Kennzahlen wie das mehrjährige Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis und die Dividendenrendite eines Unternehmens achten. Von Aktien, die auf diese Kriterien zutreffen, wurde auch von „Net-Net-stocks“ gesprochen. Der heutige Anleger muss jedoch berücksichtigen, dass Graham das Konzept der „Net-Net-Stocks“ zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise vor über 70 Jahren entwickelte. In der heutigen Zeit lässt sich dieses Konzept kaum bzw. nur in Zeiten großer Krisen anwenden.

Bei ihren Bewertungsmethoden und -Kriterien legen die Autoren ihren Schwerpunkt im Vergleich zu heute nicht auf die Bewertung der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern auf die Substanz eines Unternehmens. Die GUV-Rechnung interessiert sie bei der Wertanalyse nur am Rande. Ihr Ziel liegt in der Bewertung des Substanzwertes einer Aktie. Liegt dieser unter dem Börsenwert, gilt die Aktie als unterbewertet. Wichtig ist Graham dabei vor allem eine Sicherheitsmarge – als Airbag für Irrtümer, die ihn vor Geldverlust bewahren sollen. Wer sich ernsthaft mit der Bewertung von Wertpapieren auseinandersetzen will, dem ist dieses Buch nur zu empfehlen. Graham und Dodd bieten mit diesem Werk eine Übersicht an Bewertungsmethoden und -kriterien an, die gerade für langfristig orientierte Anleger sehr hilfreich sind. Dabei gehen die Autoren auf viele verschiedene Anlageklassen ein. Obwohl die erste Version bereits 1934 erschienen ist, bietet der Klassiker der wertorientierten Geldanlage eine Fülle interessanter Anregungen. Das Buch ist jedoch nicht unbedingt für Anfänger geeignet. Grundkenntnisse aus der Finanzbranche sind für dieses Buch empfehlenswert.

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Hier geht’s zum Buch: Die Geheimnisse der Wertpaperanalyse